{"id":46499,"date":"2026-05-22T11:10:02","date_gmt":"2026-05-22T09:10:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30010-243\/"},"modified":"2026-05-22T11:10:02","modified_gmt":"2026-05-22T09:10:02","slug":"30010-243","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30010-243\/","title":{"rendered":"Behandlung von Deponiesickwasser und von Konzentrat aus der Umkehrosmoseanlage"},"content":{"rendered":"<p>Behandlung von Deponiesickwasser und von Konzentrat aus der UmkehrosmoseanlageBeim Durchsickern von Niederschlagswasser werden aus dem Deponiek\u00f6rper wasserl\u00f6sliche Stoffe (z.B. Salze) ausgelaugt. Die Sickerwasserbeschaffenheit h\u00e4ngt wesentlich vom abgelagerten Material und den daraus gel\u00f6sten Stoffen infolge biologischer Umsetzungsvorg\u00e4nge und Deponie &#8211; Milieubedinungen (aerob. anaerob. pH-Wert) ab. Wasserhaushalt, Gasbildung und Sickerwasserbelastung beeinflussen sich dabei gegenseitig und sind \u00fcber die Lebensdauer einer Deponie gro\u00dfen Schwankungen unterworfen. Da sich die Zusammensetzung eines Sickerwassers einer Deponie im Laufe der Zeit aufgrund von biochemischen und physikalischen Prozessen im Deponiek\u00f6rper ver\u00e4ndert, muss man zuerst eine Versuchsanlage anwenden, um ein abwassertechnisches Konzept zu beurteilen und die Charakterisierung von Abwasser (Pr\u00fcfung der biologischen Abbaubarkeit von Abwasser) durchzuf\u00fchren. Eine BIOMEMBRAT\u00ae-Versuchsanlage der Fa. Wehrle Umwelt GmbH wurde benutzt. Das Verfahren der BIOMEMBRAT\u00ae-Versuchsanlage setzt sich aus der Biologie (Denitrifikation und Nitrifikation) f\u00fcr Entfernung der Kohlenstoffverbindungen und des Ammoniums und der Ultrafiltration, als letzter Schritt, f\u00fcr die Trennung des Schlammes und des gereinigten Wassers (Permeat) zusammen. Als Vorkl\u00e4rung wurde eine Flotationsanlage f\u00fcr die Entnahme von den suspendierten Stoffen, Kolloiden, \u00d6len und Fetten verwendet.  Die Untersuchung dauerte 81 Tage und umfasste die Variation und Optimierung verschiedener Betriebsparameter (pH, Dosierungsmengen der unterschiedlicher Chemikalien im Abh\u00e4ngigkeit vom Durchsatz und Inhalt des Zulaufswassers), sowie t\u00e4gliche Analysen von Ammonium, Nitrit, Nitrat, CSB (Chemische Sauerstoff Bedarf) pH, Leitf\u00e4higkeit des Zulauf- und Ablaufswassers.  Eine der grundlegenden Zielsetzungen der Untersuchung mittels der Versuchsanlage sind sowohl die Bestimmungen von biologischem Abbaugrad organischer Kohlenstoffverbindungen und Stickstoffverbindungen im Sickerwasser als auch die Aufnahme aller bemessungsrelevanten Daten (Chemikalienbedarf, Sicherstellung der Reinigbarkeit der Ultrafiltrationsmodule usw.).   \u00dcber den gesamten Versuchszeitraum wurden die Proben von Zulaufwasser und Permeat jeden Tag auf pH, Leitf\u00e4higkeit, CSB, Cl-, NH4-N und nur in Permeat auf NO3-N untersucht. Anhand den bekommenen Ergebnisse kann man sowohl Abbaugrad des Sickerwassers als auch Beeinflussungen der Eingabegr\u00f6\u00dfen auf Abbaugrad des Sickerwassers bestimmen.Behandlung vom Konzentrat aus der Umkehrosmoseanlage  Aufgrund der Tatsache, dass in vielen L\u00e4ndern, in denen die Wehrle Umwelt GmbH Sickerwasserbehandlungtechnologie (BIOMEMBRAT-Verfahren) zum Einsatz kommt, Grenzwerte hinsichtlich der abzuleitenden Salze bestehen, ist es erforderlich der biologischen Behandlung eine Umkehrosmose nachzuschalten, um einen einleitf\u00e4higen Ablauf zu erzeugen. Die dabei entstehenden Konzentrate m\u00fcssen idR. entweder kostenintensiv entsorgt oder weiterbehandelt werden.  Die bisher bekannten Konzepte zur Vermeidung dieser Probleme, wie die Eindampfung des Konzentrates, ist sehr kostenintensiv oder unausgereift  und stellt zudem keine wirkliche L\u00f6sung des oben beschriebenen Problems dar.  Um das Konzentratproblem zu l\u00f6sen, erscheinen Elektrolyseverfahren zielf\u00fchrend, in denen die Konzentrate derart aufbereitet werden, dass eine erhebliche CSB- und Salz-Reduzierung stattfindet. In Vorversuchen konnte ermittelt werden, dass das Verfahren zur Behandlung der Konzentrate sowohl den Sulfatgehalt, wie auch den CSB und Chloridgehalt einer entsprechenden Probe um 30-50% reduzieren konnte, indem diese Stoffe in eine feste Phase \u00fcberf\u00fchrt und so dem Konzentrat entnommen werden konnten. Die Leitf\u00e4higkeit des behandelten Konzentrates sank bei der Behandlung von ca. 30 auf unter 20 mS\/cm.  Um diese in der Behandlung von RO (Reverse Osmosis) Konzentraten bisher noch nicht eingesetzte Technologie auf Ihre Wirksamkeit unter realen Bedingungen zu testen, sind kontinuierliche Pilotversuche vor Ort  erforderlich.   Das Funktionsprinzip des angewandeten Verfahrens beruht auf elektrischem Strom, der durch das zu behandelnde Abwasser geleitet wird. Man kann die gleichartigen Elektroden aus Aluminium, oder aus Eisen anwenden oder die Kombination von Aluminium- und Eisen-Elektroden zu machen. Das f\u00fcr die gew\u00fcnschte Reaktion ben\u00f6tigte Eisen und Aluminium  wird hier durch das elektrolytische Aufl\u00f6sen dieser Metalle beim Einsatz als Opferanoden in L\u00f6sung gebracht. Durch den Einsatz dieser Substanzen in metallischer Form und ihr anodische Aufl\u00f6sen  werden die ben\u00f6tigten Metallionen ohne unwirksame Anionen und somit auch aufsalzungfrei in die L\u00f6sung gebracht.  Zus\u00e4tzlich bewirkt ein Teil des Stroms die direkte elektrolytische Umsetzung bzw. Ver\u00e4nderung von Abwasserinhaltstoffen. Es finden Oxidations- und Reduktionsreaktionen an den jeweiligen Elektroden statt. W\u00e4hrend des anodischen Aufl\u00f6sens der Metalle wird gleichzeitig der pH-Wert der L\u00f6sung erh\u00f6ht. Aus dem gel\u00f6sten Metall bildet sich so Metallhydroxid. Die dabei langsam frisch entstehenden Flocken haben durch ihr Gef\u00fcge ein enormes Binde- und Aufnahmeverm\u00f6gen f\u00fcr andere Stoffe und erm\u00f6glichen durch die Art der Herstellung eine gute Filterbarkeit auch ohne Flockungshilfsmittel. Die gebildeten Flocken werden mittels Kammerfilterpresse abgetrennt, es entsteht ein stichfester Filterkuchen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Behandlung von Deponiesickwasser und von Konzentrat aus der UmkehrosmoseanlageBeim Durchsickern von Niederschlagswasser werden aus dem Deponiek\u00f6rper wasserl\u00f6sliche Stoffe (z.B. Salze) ausgelaugt. Die Sickerwasserbeschaffenheit h\u00e4ngt wesentlich vom abgelagerten Material und den daraus gel\u00f6sten Stoffen infolge biologischer Umsetzungsvorg\u00e4nge und Deponie &#8211; Milieubedinungen (aerob. anaerob. pH-Wert) ab. 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