{"id":46496,"date":"2026-05-22T11:08:52","date_gmt":"2026-05-22T09:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30010-239\/"},"modified":"2026-05-22T11:09:07","modified_gmt":"2026-05-22T09:09:07","slug":"30010-239","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30010-239\/","title":{"rendered":"Bestimmung des Eintrags von Phosphors\u00e4ureestern in die B\u00f6den"},"content":{"rendered":"<p>Bestimmung des Eintrags von Phosphors\u00e4ureestern in die B\u00f6denPhosphorhaltige Flammschutzmittel wie z.B. Phosphors\u00e4ureester werden in gro\u00dfen Mengen hergestellt und in weiten Bereichen des t\u00e4glichen Lebens eingesetzt. Sie werden Kunststoffen als Additive zugesetzt. Seit einigen Jahren werden Phosphors\u00e4ureester verst\u00e4rkt zur Substitution bromhaltiger Flammschutzmittel eingesetzt. Daher stieg zwischen 2001 und 2006 der Verbrauch an phosphororganischen Flammschutzmitteln um fast 10 % an (SRI Consulting, 2004). Unter anderem ist dieser Anstieg auf das Verbot der bromierten Diphenylether (BDE) penta-BDE und octa-BDE in der EU mit dem Inkrafttreten der RoHS (Restriction of certain Hazardous Substances) im August 2004 zur\u00fcckzuf\u00fchren. Aufgrund zahlreicher ubiquit\u00e4rer Eintragsquellen wurden Phosphors\u00e4ureester bereits in Fl\u00fcssen, im Grundwasser und im Niederschlag sowie in der Au\u00dfenluft und im Staub nachgewiesen (Andresen et al., 2004, Fries &#038; P\u00fcttmann, 2001, Regnery &#038; P\u00fcttmann, 2009, Quintana et al., 2007). Dies gibt Anlass zur Besorgnis, weil die Substanzen \u00f6kotoxikologische bzw. gesundheitssch\u00e4dliche Effekte zeigen. Beispielsweise wurde f\u00fcr tris(2-chlorethyl)-phosphat (TCEP) eine kanzerogene und reproduktionstoxische Wirkung nachgewiesen (Latendresse et al., 1994). Aufgrund des Auftretens der Phosphors\u00e4ureester in der Atmosph\u00e4re ist zu erwarten, dass diese Stoffe \u00fcber atmosph\u00e4rische Deposition in die B\u00f6den eingetragen werden. Zum Auftreten dieser Stoffe gibt es in der Literatur bisher nur eine Studie, die das Auftreten dieser Substanzen in mit Hydraulikfl\u00fcssigkeiten kontaminieren B\u00f6den untersucht (David &#038; Seiber, 1999). Untersuchungen zu B\u00f6den, die nur diffusen Eintragsquellen ausgesetzt sind wie z.B. die atmosph\u00e4rische Deposition, gibt es bisher nicht. Ziel dieser Stipendiumsarbeit war es zun\u00e4chst, eine Analysenmethode zum Nachweis von Phosphors\u00e4ureestern in B\u00f6den zu entwickeln. Die Analysenmethode basiert auf einer Kombination von Twisselmann-Extraktion, Festphasenmikroextraktion (SPME) und Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS). Es wurden sechs phosphororganische Flammschutzmittel ausgew\u00e4hlt: Tri-n-butylphosphat (TBP), Triphenylphosphat (TPP), Tris(2-butoxyethyl)-phosphat (TBEP), Tris(2-chlorethyl)-phosphat (TCEP), Tris(2-chloro-1-(chloromethyl)-ethyl)-phosphat (TDCP) und Tris (2-chloro-1-methylethyl)- phosphat (TCPP).Die Proben wurden getrocknet und gesiebt. 10 g Bodenproben wurden mit verschiedenen Konzentrationen einer Stamml\u00f6sung, die verschiedenen Phosphors\u00e4ureester enthielt, versetzt, f\u00fcr 12 h mit 150 ml Toluol extrahiert, eingedampft, in Methanol\/Leitungswasser (1:13) gel\u00f6st und filtriert. 7 ml dieses Extrakts wurden mittels SPME-GC\/MS vermessen. Die Konzentrationen wurden mit Hilfe des Standardadditionsverfahrens ermittelt. Um die Analysemethode zu optimieren, wurden verschiedene L\u00f6sungsmittel f\u00fcr die Twisselmann Extraktion getestet: Hexan, Ethylacetat und Toluol. Mit Toluol als L\u00f6semittel wurden die h\u00f6chsten Wiederfindungsraten von > 77 % erzielt (au\u00dfer f\u00fcr TDCP und TPP). Au\u00dferdem wurde 14 ml Leitungswasser als L\u00f6sungsmittel zur erneuten L\u00f6sung der Extrakte nach dem Eindampfen anstelle einer Mischung aus 13 mL Leitungswasser und 1 ml Methanol getestet. Wenn nur Leitungswasser verwendet wurde, waren die Wiederfindungsraten zwei bis sieben Mal niedriger, mit Ausnahme von TPP. Bei der Verwendung von Ultraschallextraktion anstelle der Twisselmann Extraktion mit Toluol als L\u00f6sungsmittel waren die Wiederfindungsraten drei bis vier Mal niedriger. Nach der Entwicklung einer Analysemethode wurden von April bis November 2010 Bodenproben von vier verschiedenen Standorten in Deutschland gesammelt: (i) Frankfurt, Innenstadt (ii) Osnabr\u00fcck, Innenstadt, (iii) Osnabr\u00fcck, 6 km von der Innenstadt und (iv) 3 km von dem Dorf Jemgum und auf die Anwesenheit von Phosphors\u00e4urestern untersucht. F\u00fcr keine der ausgew\u00e4hlten Standorte spielen Punktquellen eine Rolle.TCEP und TCPP wurden in allen untersuchten Bodenproben nachgewiesen. TDCP und TPP wurden in keiner der Bodenproben nachgewiesen, was vielleicht auf die niedrigen Wiederfindungsraten f\u00fcr diese beiden Substanzen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Die TnBP- Konzentrationen lagen unterhalb der Bestimmungsgrenze. Die mittleren Konzentrationen von TCEP, TCPP und TBEP variierten zwischen 1,8 und 14 ng\/g, 1,2 und 8,3 ng\/g, 2,3 und 13 ng\/g. Die mittleren TCEP-Konzentrationen nahmen von Probenahmestelle (ii) \u00fcber (iii) bis (iv) ab. Die mittlere TCPP-und TBEP-Konzentrationen nahmen von Probenahmestelle (i) \u00fcber (ii) bis (iii) ab. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Einfluss der Probenahmestelle auf die Konzentration von TCEP und TCPP.Die Ergebnisse dieser Arbeiten zeigen, dass die atmosph\u00e4rische Deposition eine wichtige Quelle f\u00fcr Phosphors\u00e4ureester im Boden ist mit einem signifikanten Einfluss der Bebauungsdichte und\/oder des Verkehrs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bestimmung des Eintrags von Phosphors\u00e4ureestern in die B\u00f6denPhosphorhaltige Flammschutzmittel wie z.B. Phosphors\u00e4ureester werden in gro\u00dfen Mengen hergestellt und in weiten Bereichen des t\u00e4glichen Lebens eingesetzt. Sie werden Kunststoffen als Additive zugesetzt. Seit einigen Jahren werden Phosphors\u00e4ureester verst\u00e4rkt zur Substitution bromhaltiger Flammschutzmittel eingesetzt. 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