{"id":46406,"date":"2026-05-22T11:08:01","date_gmt":"2026-05-22T09:08:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30008-134\/"},"modified":"2026-05-22T11:08:09","modified_gmt":"2026-05-22T09:08:09","slug":"30008-134","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30008-134\/","title":{"rendered":"Schutz und Nutzung: Ein Raum-Zeit-Konzept f\u00fcr die Stockausschlagw\u00e4lder in Rheinland-Pfalz"},"content":{"rendered":"<p>Schutz und Nutzung: Ein Raum-Zeit-Konzept f\u00fcr die Stockausschlagw\u00e4lder in Rheinland-PfalzDie niederwaldartige Waldnutzung (Stockausschlagswald) ist eine traditionelle, zyklische Form der forstlichen Bewirtschaftung, bei der in relativ kurzen Zeitabst\u00c3\u00a4nden (i. d. R. 15 \u00e2?? 25 Jahren) auf einer begrenzten Fl\u00c3\u00a4che alle B\u00c3\u00a4ume geerntet werden. Die folgenede Generation erneuert sich vegetativ, durch Ausschl\u00c3\u00a4ge aus den verbleibenden St\u00c3\u00b6cken.Die ehemaligen Niederw\u00c3\u00a4lder in Rheinland-Pfalz haben eine lange kulturhistorische Tradition. Es gibt Vermutungen, dass bereits die Kelten mit Zusammenhang mit Eisenverh\u00c3\u00bcttung und \u00e2??bearbeitung W\u00c3\u00a4lder in Stockausschlag bewirtschafteten. Die R\u00c3\u00b6mer nutzen die ausgedehten Eichenw\u00c3\u00a4lder im Rhein- und Moselgebiet zur Lohrindegewinnung. Da war die Niederwaldwirtschaft bis den Anfang des 20. Jahrhunderts \u00c3\u00bcber Jahrhunderte hinweg eine bedeutsame Betriebsart.Die ver\u00c3\u00a4nderten wirtschaftlichen und sozio-\u00c3\u00b6konomischen Rahmenbedingungen im 20. Jahrhundert f\u00c3\u00bchrten zur Aufgabe dieser Bewirtschaftungsform. Die Niederw\u00c3\u00a4lder sind teilweise in Hochw\u00c3\u00a4lder \u00c3\u00bcberf\u00c3\u00bchrt oder umgewandelt. Die \u00c3\u00bcbrig gebliebenen Fl\u00c3\u00a4chen wurden nicht mehr bewirtschaftet und daher haben diese Niederw\u00c3\u00a4lder heute ein Alter von 60 \u00e2?? 80 Jahren und sind durgewachsen. In Rheinland-Pfalz befinden sich noch immer etwa auf 160.000 ha aus Stockausschlag entstandene W\u00c3\u00a4lder. Obwohl die ehemaligen Niederw\u00c3\u00a4lder ein durch h\u00c3\u00a4ufige menschliche Eingriffe geschaffenes Kulturprodukte sind, konnten durch diese historische Art der Bewirtschaftung Wald\u00c3\u00b6kosysteme entstehen, die heute eine hohe Bedeutung f\u00c3\u00bcr den Natur- und Ressourcenschutz haben.Aus dem Sicht des Naturschutzes sind diese W\u00c3\u00a4lder interessant, weil durch diese Bewirtschaftungform teilweise Lebensr\u00c3\u00a4ume geschaffen wurden, die sich so in den heutigen mittel- europ\u00c3\u00a4ischen Waldformen nicht mehr entwickeln und daher als \u00e2??Ersatzbiotope\u00e2?? bezeichnet werden k\u00c3\u00b6nnen. Auf Landschaftsebene ist f\u00c3\u00bcr die linksrheinischen ehemaligen Niederw\u00c3\u00a4lder von Rheinland-Pfalz dokumentiert, dass sie eine vergleichsweise gro\u00c3?e Diversit\u00c3\u00a4t an Wald- und Planzengesellschaften aufweisen, wobei die Artenvielfalt auf den Sonderstandorten wie trockenen Felsen und Gesteinshalden oder in feuchteren Schluchten und an Quellhorizonten am gr\u00c3\u00b6\u00c3?ten ist.Es w\u00c3\u00a4re nicht nur wegen naturschutzfachlichen Gr\u00c3\u00bcnden denkbar diese Bewirtschaftungsform wieder zu unterst\u00c3\u00bctzen, sondern wirtschaftliche Gr\u00c3\u00bcnde stimmen auch der Niederwaldbewirtschaftung zu. Es gibt heute immer mehr Nachfrage nach Energieholz, eine m\u00c3\u00b6gliche Aufwendung aus dem Niederwald produzierten Holzes k\u00c3\u00b6nnte die energtische Nutzung sein. Eine andere Alternative w\u00c3\u00a4re die Wertholzproduktion. In ehemaligen Niederw\u00c3\u00a4ldern sind seltene Baumarten (z.B.: Elsbeere und Speierling) relativ verbreitet, sie werden oft mit dem Ziel der Wertholzproduktion gef\u00c3\u00b6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schutz und Nutzung: Ein Raum-Zeit-Konzept f\u00fcr die Stockausschlagw\u00e4lder in Rheinland-PfalzDie niederwaldartige Waldnutzung (Stockausschlagswald) ist eine traditionelle, zyklische Form der forstlichen Bewirtschaftung, bei der in relativ kurzen Zeitabst\u00c3\u00a4nden (i. d. R. 15 \u00e2?? 25 Jahren) auf einer begrenzten Fl\u00c3\u00a4che alle B\u00c3\u00a4ume geerntet werden. 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