Bibliothek | DBU-Publikationen

Der Goldschakal in Deutschland in: Naturschutz und Landschaftsplanung 52 (9), 428-434

Download / 5.59 MB


Abstract:

Der Goldschakal (Canis aureus) ist ein generalistischer und omnivorer
Mesoprädator mit entsprechend großem paläarktischem Verbreitungsgebiet. Nach einem hauptsächlich durch direkte Verfolgung bedingten Populationsminimum in den 1960er-Jahren hat sich der Goldschakal wieder erholt und ausgehend von den Reliktpopulationen seiner ursprünglichen Verbreitung auf dem Balkan verwaiste Räume wiederbesiedelt. Darüber
hinaus hat er sich in den letzten Jahrzehnten deutlich über sein
bisheriges Verbreitungsgebiet in Europa nach Norden und Westen
ausgedehnt und neue reproduzierende Populationen etabliert.
Deutschland ist eines der Länder, das aktuell an der Front
seines Ausbreitungsgeschehens zu stehen scheint. Zwischen 1997
und August 2020 wurden hier inzwischen 25 Nachweise erbracht.
Der Goldschakal ist in Anhang V der FFH-Richtlinie der
EU gelistet. Vor dem Hintergrund des aktuellen rechtlichen
Rahmens und zur Bewertung seiner ökologischen Wirkung ist
eine sorgfältige Dokumentation seiner Ansiedlungstendenz in
Deutschland erforderlich. Nur auf dieser Basis lässt sich der
erforderliche günstige Erhaltungszustand definieren und ein
Managementplan aufstellen.

Untertitel: Einordnung der ersten Nachweise in das Ausbreitungsgeschehen und
Überlegungen zum Umgang mit der Art
Angelegt/geändert: 30.09.2020
Seiten: 10 Seiten
Autor/en: Tillmann, Jörg
Erscheinungsjahr: 2020
Der Goldschakal in Deutschland in: Naturschutz und Landschaftsplanung 52 (9), 428-434