#Spotlightprojekt

Ausgewählte DBU-Förderprojekte im Fokus

Gruppenarbeit: Prozesse und Vernetzungen verstehen und bewerten © Prof. Dr. Christiane Meyer (Leibniz Universität Hannover)
Gruppenarbeit: Prozesse und Vernetzungen verstehen und bewerten
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Gruppenarbeit: Ergebnispräsentation © Rainer Köpsell
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Gruppenarbeit: eine von mehreren Ergebnisstellwänden © Prof. Dr. Christiane Meyer (Leibniz Universität Hannover)
Gruppenarbeit: eine von mehreren Ergebnisstellwänden
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Die Website des Projekts: www.fashionforfuture-education.net © fashionforfuture-education.net
Die Website des Projekts: www.fashionforfuture-education.net
Wissensformen einer transformativen Bildung (transformative Literacy) © Prof. Dr. Christiane Meyer (Leibniz Universität Hannover)
Wissensformen einer transformativen Bildung (transformative Literacy)
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4.) #Spotlightprojekt 2020/09: "Nachhaltigkeit in der textilen Kette"

Wo kommt unsere Kleidung her und wie wird sie eigentlich hergestellt? Mit diesen Fragen hat sich das Projekt "Nachhaltigkeitsbewertung und -bewusstsein entlang der 'textilen Kette' am Beispiel ausgewählter Unternehmen" der Leibniz Universität Hannover beschäftigt. Unsere Kleidung nimmt einen Weg von tausenden Kilometern entlang mehrerer Kontinente. Die Textilbranche profitiert enorm vom weltweiten Handel und der internationalen Arbeitsteilung, doch das bringt auch Schattenseiten mit sich. Ziel des Projektes: Jugendliche sollen die Wege einer nachhaltigen Produktion kritisch hinterfragen und zu nachhaltigem Konsum angeregt werden.

Dazu haben Jugendliche eine Reihe von Verantwortlichen aus der Textilbranche interviewt, die in puncto Nachhaltigkeit als "Pioniere des Wandels" gelten. Auszüge aus den Interviews wurden als Videoclips aufbereitet und in Unterrichtseinheiten eingebettet.  Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage: www.fashionforfuture-education.net.

Projektleiterin Prof. Dr. Christiane Meyer von der Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften, berichtet im Interview unter anderem über das Spannungsfeld von Produktion und Konsum in der Textil-Branche und von der Arbeit mit den Jugendlichen während des Projekts. Im Interview mit Melanie Vogelpohl, DBU-Referentin für Umweltinformationsvermittlung, geht es unter anderem um "transformative Bildung" und warum diese so wichtig ist.

 

 

Interview mit Projektleiterin Prof. Dr. Christiane Meyer von der Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften

Was war Ziel Ihres Projekts "Nachhaltigkeitsbewertung und -bewusstsein entlang der 'textilen Kette'"?

Wir wollten Schülerinnen und Schülern nicht nur soziale und ökologische Probleme entlang der Lieferkette von Kleidung bewusst machen, sondern auch Lösungsansätze aufzeigen. Hierzu dienten die Interviews von Jugendlichen mit ausgewählten Pionieren des Wandels in der Textilproduktion, die schon Wege in Richtung einer nachhaltigeren Produktion eingeschlagen haben. In den von uns erstellten Materialien zu den Videoclips der Interviews sollen die Unternehmen anhand von Nachhaltigkeitskriterien bewertet werden. Wir haben uns bei den Unterrichtskonzepten an den Wissensformen einer Transformative Literacy – System-, Ziel- und Transformationswissen – orientiert. Ziel- und Transformationswissen sollte sich aber nicht nur auf eine nachhaltigere Produktion, sondern auch auf den Konsum beziehen. Hier galt es, mit geeigneten Methoden weitergehende Reflexionsprozesse anzustoßen. Dazu zählten zum Beispiel das Durchführen von Umfragen im schulischen Umfeld beziehungsweise in den Geschäften der Umgebung oder Storytelling, um über Narrative des Wandels Vorstellungen zu entwickeln, wie ein kultureller Wandel von Fast Fashion zu Slow Fashion umgesetzt werden kann.

Das vollständige Interview finden Sie hier sowie nebenstehend.

 

 

Interview mit Melanie Vogelpohl, DBU-Referentin für Umweltinformationsvermittlung

Was genau ist "transformative Bildung" und warum ist sie so wichtig?

"Transformative Bildung" steht im Zusammenhang mit der Transformation zu einer klimaverträglichen und nachhaltigen Gesellschaft. Bereits in seinem Hauptgutachten "Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation" von 2011 betonte der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU), dass sich die Chancen für eine erfolgreiche Transformation beträchtlich erhöhen, wenn unter anderem in der Bevölkerung transformatives Wissen etabliert und gestärkt wird. Das gelingt durch Bildung! Die transformative Bildung wird seitdem als neues Konzept für nachhaltige Entwicklung diskutiert. Denn um die Gesellschaft zu verändern, sind neue Kompetenzen gefragt: Das umfasst etwa das Wissen über die Art, wie wir heute leben, als auch darüber, wie wir in Zukunft leben wollen. Zudem geht es um die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Perspektiven und Denkgewohnheiten und das Wissen über neue Handlungsmöglichkeiten.

In diesem Projekt lag der Fokus auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Bezug zur "transformative literacy". Sie beschreibt die Fähigkeit, gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu verstehen und eigenes Handeln in diese Prozesse einzubringen. Wichtig dabei ist, dass ökologische, technologische, ökonomische, soziale, kulturelle und institutionelle Aspekte gleichwertig betrachtet und bewertet werden. In unserem Projekt kommt der Erarbeitung von Systemwissen (Wie ist der aktuelle Zustand?), Zielwissen (Wo wollen wir hin?) und Transformationswissen (Wie kommen wir dorthin?) eine besondere Bedeutung zu.

Das vollständige Interview finden Sie hier sowie nebenstehend.

 

 

Projektthema

Nachhaltigkeitsbewertung und -bewusstsein entlang der "textilen Kette" am Beispiel ausgewählter Unternehmen (NTK) – Ein didaktisches Modell zur Vermittlung von "Transformative Literacy" im Rahmen schulischer Bildungsprozesse und Lehrerbildungsangebote

 

Projektdurchführung

Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften
Frau Prof. Dr. Christiane Meyer
Telefon: 0511 762-18814
E-Mail: meyer@idn.uni-hannover.de
Website: www.didageo.uni-hannover.de

 

Laufzeit

Mai 2017 – April 2020

 

Aktenzeichen

DBU-AZ 33711/01

 

Stand: 29.09.2020