Umweltgerechte Lebensmittelverarbeitung durch ressourcenschonende rückstandsfreie Nebenproduktverwertung – Aufbau eines Kompetenzzentrums für Technologieentwicklung und -transfer im Gebiet Kaliningrad, Russische Föderation

Projekt aus der internationalen Förderung

Technischer Aufbau AZ 33579 © ANiMOX GmbH
Tagcloud zu AZ 33579 © Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Gegenstand und Ziele des Projektes

Eine umweltschonende, nachhaltige Produktionsweise erfordert die vollständige Erschließung und umfassende Nutzung aller verfügbaren Quellen nachwachsender Rohstoffe. Weltweit werden derzeit vielfach wegen nicht verfügbarer Technologien und verschiedener Verarbeitungsschwierigkeiten, aber auch aus mangelndem Problembewusstsein und fehlender Lösungskompetenz pflanzliche und tierische Nebenprodukte, wie beispielsweise Proteine, Öle und Mineralien aus Fischnebenprodukten, zum größeren Teil nicht oder nur unzureichend verwertet. Alle drei Bestandteile können wieder in die Lebensmittelwertschöpfungskette zurückgeführt und auf diese Weise der Wertstoffkreislauf geschlossen werden. Angesichts der oft komplexen Strukturen, in welche die Proteine eingebunden sind, stellt ihre Nutzbarmachung eine technologische Herausforderung dar. Im Projekt wurde ein Verfahren zum Aufbau einer umweltgerechten Lebensmittelverarbeitung durch ressourcenschonende und rückstandsfreie Verwertung tierischer Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie entwickelt und ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Proteinnutzung in Kaliningrad errichtet. Die abfallfreien Verfahren zur Herstellung von Proteinen, Fetten und Mineralien aus sekundären Rohstoffen tierischen und pflanzlichen Ursprungs sollen wichtige Rohstoffe für Lebensmittel, Futtermittel und landwirtschaftliche Zwecke bereitstellen und zur effizienten Nutzung von Ressourcen beitragen.

 

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Die Innovation des Vorhabens besteht darin, für die Proteinmobilisierung eine neue Technologie zu implementieren, die eine höhere Wertschöpfung ermöglicht. Durch die effiziente Kombination zweier eigenständiger Aufschlussverfahren (Thermo-Druck-Aufschluss und enzymatische Hydrolyse) wird ein effizienter Proteinaufschluss- und Hydrolyseprozess entwickelt, der eine hohe Ausbeute bei hoher Produktqualität sichert. Somit wird eine höhere Wertschöpfung bei der Proteinnutzung ermöglicht als in bisherigen Verfahren. Darüber hinaus werden technologische Verfahrensschritte zur Vor- und Nachbehandlung der Rohware etabliert, die Bestandteile abtrennen, die sich negativ auf die Geruchs-, Geschmacks- und Farbeigenschaften auswirken.

Innovativ ist auch, dass mit dem Aufbau eines Kompetenzzentrums die Voraussetzungen geschaffen werden, diese neue Technologie für die Verarbeitung der relevanten Nebenprodukte in die Region zu transferieren. Darüber hinaus könnte die Nutzung der erheblichen Nebenproduktströme die Stoff- und Energiebilanz der Region, aber auch die der Unternehmen verbessern.

 

Besondere Aspekte des Projektes

Es handelt sich hier um sehr gutes Beispiel für den Wissenstransfer von Deutschland nach Mittel- und Osteuropa bzw. in die Region Kaliningrad. Im Projektverlauf wurde für die Technologie zur Verwertung von Fischabfällen anhand der Hydrolyse ein Patent in Russland angemeldet und bestätigt.

 

Förderthema: FT 2: Nachhaltige Ernährung und nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln

Kooperationspartner:

Assoziierte Partner:

Wirkungsort: Kaliningrad/Königsberg (Russische Föderation)

Förderzeitraum: Februar 2017 bis Februar 2019, Abschlussbericht zum Download

Projektkosten: Gesamtvolumen: 237 770 Euro, Förderung durch DBU: 118 885 Euro

DBU-AZ: 33579


Stand: 13.09.2021