02.09.2020 | Bonde: Herausragendes Engagement für Klimaschutz

Deutscher Umweltpreis der DBU für Klima-Ökonom Prof. Dr. Edenhofer und die Metallverpackungs-Unternehmer Trappmann – Ehrenpreis für Insektenforscher Dr. Martin Sorg

Die Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2020 © Trappmann: © Michael Heindrich/Blechwarenfarbik Limburg / Edenhofer: © MCC / Sorg: © Entomologischer Verein Krefeld
Überragender Einsatz für mehr Klimaschutz: Klima-Ökonom Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (unten links) und die Geschwister Trappmann (oben) teilen sich in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Er ist in Europa die mit insgesamt 500.000 Euro höchstdotierte Umweltauszeichnung. Insektenforscher Dr. Martin Sorg (unten rechts) erhält den DBU-Ehrenpreis in Höhe von 10.000 Euro.
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Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (rechts) an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtsminister Helge Braun © Greb/PIK
Als Berater gefragt: Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (rechts) an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtsminister Helge Braun.
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Portrait Annika Trappmann © Michael Heindrich/Blechwarenfabrik Limburg GmbH
Jung und Unternehmerin: Erst 28 Jahre ist Annika Trappmann alt. Gemeinsam mit ihrem Bruder Hugo Sebastian führt sie die Geschäfte der Blechwarenfabrik Limburg.
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Portrait Hugo Sebastian Trappmann © Michael Heindrich/Blechwarenfabrik Limburg GmbH
Freut sich über den Deutschen Umweltpreis: Hugo Sebastian Trappmann, der gemeinsam mit seiner Schwester Annika die Geschicke der Blechwarenfabrik Limburg leitet.
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Sorg in einem Arbeitsraum der „Entomologischen Sammlungen“ in Krefeld © Ute Magiera/DBU
Umfangreiches Archiv: DBU-Ehrenpreisträger Dr. Martin Sorg in einem Arbeitsraum der denkmalgeschützten „Entomologischen Sammlungen“ in Krefeld. Sorgs Büro ist gewissermaßen die faszinierende Kombination von Tradition und Moderne, neben alten Schreibmaschinen und betagtem Mobiliar findet sich dort hochmoderne Technik.
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Osnabrück. Klima-Ökonom Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (59) und die Geschwister Annika (28) und Hugo Sebastian (37) Trappmann, Geschäftsführer der Blechwarenfabrik Limburg, erhalten 2020 den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Damit wird herausragendes Engagement für den Klimaschutz doppelt ausgezeichnet“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Zudem gibt es einen Ehrenpreis für Dr. Martin Sorg (65). Als leitender Wissenschaftler beim Entomologischen Verein Krefeld hat er mit der „Krefelder Studie“ massive Insektenrückgänge wissenschaftlich untermauert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Preise nach derzeitigem Stand am 25. Oktober in Hannover überreichen.

International renommierter Pionier der Ökonomie des Klimawandels

Mit 500.000 Euro ist der Deutsche Umweltpreis der DBU der höchstdotierte Umweltpreis in Europa. Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, habe mit seinem wissenschaftlichen Lösungsansatz, einen Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu verlangen, die deutsche Klimapolitik belebt und entscheidende Impulse im Diskurs über finanzielle Anreize als Instrument für mehr Klima- und Naturschutz geliefert, so Bonde. „Die Geschwister Trappmann zeigen, wie sich ein mittelständisches Unternehmen per Hightech-Digitalisierung im klimafreundlichen Sinne umkrempeln lässt und zudem noch davon profitiert.“

Edenhofer erhält den Preis unter anderem, weil er in beratender Funktion mit seinem Vorschlag einer CO2-Bepreisung erheblich zur Einigung der Bundesregierung auf das Klimapaket beigetragen hat. Bonde: „Er ist einer der weltweit einflussreichsten Vorreiter der Ökonomie des Klimawandels.“

Durch seine „exzellenten Forschungen, wissenschaftsbasierten Politikbe­ratungen sowie sein hohes Engagement“ biete er über den wirtschaftlichen Denkansatz Lösungen gegen den Klimawandel, die auch Fragen der Gerechtigkeit behandeln. „Seine wissenschaftlich fundierten Empfehlungen ermöglichen Regierungsvertretern, den politischen Handlungsrahmen so zu setzen, dass sich zukunftsfähige Innovationen für Klimaschutz am Markt durchsetzen“, so Bonde. Das Preisgeld für Edenhofer beträgt 250.000 Euro.

Mit eigenen Ideen und Engagement auf Unternehmensseite viel erreichen

Wie es sich auf Unternehmensseite lohnen kann, eine ganze Firma im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes neu zu konzipieren, zeigen die Geschwister Annika und Hugo Sebastian Trappmann. Bereits seit mehr als zehn Jahren zählt die Blechwarenfabrik Limburg mit ihren 320 Beschäftigten bundesweit zu den führenden nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen. Bonde: „Bei der Energie- und Ressourceneffizienz setzt das Unternehmen Maßstäbe.“ Durch konsequente Maßnahmen stoße der Betrieb jährlich etwa 2.600 Tonnen CO2 weniger aus und spare rund 100 Tonnen Weißblech ein. „Das ist eine Riesenleistung für Klima- und Ressourcenschutz“, so Bonde. Etwa ein Drittel des in der Fertigung genutzten Stroms komme direkt vom eigenen Dach. Der von Solarmodulen der Firma erzeugte Strom entspricht dem Jahresverbrauch von 450 Familienhaushalten. Digitalisierung unterstütze den Umwandlungsprozess: Der Betrieb habe ein Business Intelligence System aufgebaut. Bonde: „Das Unternehmen zeigt, dass man nicht auf Standardlösungen angewiesen ist, sondern mit eigenen Ideen und Engagement viel erreichen kann.“ Das Preisgeld für die Geschwister Trappmann umfasst ebenfalls 250.000 Euro.

Nationales und internationales Medienecho

Den mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis erhält Entomologe Dr. Martin Sorg. Er koordiniert die Forschungen des Entomologischen Vereins, die ein großes Echo in Medien und Wissenschaft auslösten und Anlass für die Gründung von Bürgerbewegungen waren. Bonde: „Die Erkenntnisse haben Gesellschaft, Politik und Wissenschaft wachgerüttelt, ja sogar erschüttert.“ Denn die wissenschaftlich fundierten Forschungen hätten gezeigt, „dass die Gesamtmenge der Fluginsekten in den untersuchten Gebieten in den vergangenen 30 Jahren um dramatische 76 Prozent zurückgegangen ist. Das muss mehr denn je für uns alle ein Weckruf sein“, so Bonde. Die Sorge der Wissenschaft: Nahrungsketten und Ökosysteme könnten in Gefahr sein. „Der Einsatz von Dr. Sorg trug dazu bei, die Warnungen der Wissenschaft vor einem massiven Insekten- und Artenverlust ernst zu nehmen“, so Bonde. Mit dem Verein zeige Sorg, „dass jede und jeder Einzelne durch beharrliches und fundiertes Engagement einen Beitrag zu dieser wichtigen Zukunftsdebatte leisten kann“.


Hinweis: Links zu weiteren Informationen finden Sie unten.

Unter den Einzelwürdigungen der Umweltpreisträger finden Sie einzelne O-Töne einschließlich der Manuskripte zum Download.