11.11.2019 | Phosphor – Geschichte und Zukunft eines kritischen Rohstoffes

Geschäftsführer der EMG EasyMining Germany hält am 18. November Vortrag in der DBU

DBU-Ausstellung „MenschenWelt“ - Phosphorstation © Michael Münch
Im Rahmen der DBU-Ausstellung „MenschenWelt“ erfährt man viel auch über Phosphor – zum Beispiel, welches Land die größten Phosphatreserven hat.
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Osnabrück. Er steckt in Pommes und Salat, in Knochen, Zähnen und unserem Erbgut: Phosphor. Das Element hat eine tragende Rolle für das Leben auf unserem Planeten, denn ohne Phosphor funktioniert kein biologischer Organismus. Gleichzeitig wird der Umgang mit Phosphor aber auch immer mehr zum Problem: „Der Abbau von Phosphatgestein ist mit großen Umweltbelastungen verbunden. Die Abbauregionen sind häufig politisch instabil und der Rohstoff nur begrenzt verfügbar“; sagt Dr. Christian Kabbe von der Firma EMG EasyMining Germany (Berlin). Er stellt am Montag, 18. November, in seinem Vortrag „Phosphor – Geschichte und Zukunft eines kritischen Rohstoffs“ vor, wie der zukünftige Umgang und die Versorgung mit Phosphor gestaltet werden können. Der Vortrag ist Teil einer Reihe, die die Ausstellung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) „MenschenWelt – Nachhaltige Entwicklung innerhalb planetarer Leitplanken“ begleitet und findet um 18.30 Uhr in der DBU statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Phosphor – so viel wie nötig, so wenig wie möglich

Phosphor ist ein lebenswichtiger Nährstoff, so Kabbe, der weder hergestellt, noch ersetzt werden kann. Aufgenommen werden könne er nur gebunden als Phosphat. Der Mensch benötigt ihn täglich, um gesund zu bleiben. Ebenso brauchen Pflanzen den Nährstoff, um wachsen zu können. Allerdings könne zu viel auch negative Auswirkungen haben: Beim Überdüngen könne Phosphat in die Gewässer gelangen und starkes Algenwachstum hervorrufen.

Endlichen Rohstoff Phosphor in Kreisläufen führen

Deutschland verfügt über keine eigenen fossilen Phosphatreserven. Abbauwürdige Lagerstätten sind ungleichmäßig über den Planeten verteilt, mit den größten Vorkommen in Marokko. „Für ein Land wie Deutschland, das auf die Einfuhr komplett angewiesen ist, birgt das auf lange Sicht eine große Unsicherheit“, sagt Kabbe. Da die weltweite Nachfrage stetig steige, sei angesichts der Importabhängigkeit, aber auch der durch Missmanagement verursachten Umweltschäden ein nachhaltiges Phosphormanagement erforderlich. Dazu gehöre neben dem sparsamen Einsatz von Düngemitteln auch das Rückgewinnen von Phosphat aus heimischen Quellen wie Abwasser und Klärschlamm. Derzeit werden verschiedene Verfahren entwickelt, um Phosphat zurückzugewinnen und in Düngemitteln in den Nährstoffkreislauf zurückzuführen.

Führung durch die Ausstellung „MenschenWelt“

Vor dem Vortrag besteht um 17.45 Uhr die Möglichkeit, die aktuelle Ausstellung „MenschenWelt“ im Rahmen einer öffentlichen Führung zu erleben. „MenschenWelt“ ist bis zum 18. November in der DBU zu sehen (montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr, sowie nach Absprache). Für Schulklassen gibt es zielgruppengerechte pädagogische Programme. Weitere Informationen zur Ausstellung, zum pädagogischen Programm und zu den folgenden Vortragsveranstaltungen finden sich unter www.ausstellung-menschenwelt.de.