22.10.2019 | Bundespräsident überreicht am Sonntag Deutschen Umweltpreis der DBU in Mannheim

Festakt um 11 Uhr für Bodenwissenschaftlerin Prof. Dr. Kögel-Knabner und Unternehmer Reinhard Schneider

Bundespräsident Steinmeier © DBU/Peter Himsel
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2018 in Erfurt. Auch in diesem Jahr wird er den Preis überreichen.
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Umweltpreisträger 2019 © © Andreas Heddergott / TU Muenchen (Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner); © 2017 Herbert Piel / P!ELmedia (Reinhard Schneider)
Die Bodenwissenschaftlerin Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner und der Unternehmer Reinhard Schneider teilen sich in diesem Jahr je zur Hälfte den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
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Mannheim. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht am Sonntag in Mannheim den 27. Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die mit 500.000 Euro höchstdotierte unabhängige Umweltauszeichnung Europas teilen sich 2019 die Bodenwissenschaftlerin Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner von der Technischen Universität München und der Unternehmer Reinhard Schneider aus Mainz. Er setzt mit seiner Firma Werner & Mertz in der Wasch- und Reinigungsmittelbranche auf ganzheitliche nachhaltige Produktion. Die DBU würdigt damit zwei „Schrittmacher im Umweltschutz, die Zukunftslösungen liefern für die enormen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart“, betont DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Wir brauchen fundamentale ökonomische, politische und technologische Veränderungsprozesse auf allen Ebenen, um zu einer wirklich nachhaltigen Entwicklung zu finden.“

Feierlicher Festakt mit 1.100 Gästen

Zu dem feierlichen Festakt am Sonntag im Congress Center Rosengarten, in dessen Mittelpunkt die Preisverleihung durch den Bundespräsidenten und seine Rede stehen werden, werden rund 1.100 geladene Gäste erwartet. Darunter sind Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller, Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Georg Bednorz und der frühere DBU-Umweltpreisträger und Bundesminister a. D. Prof. Dr. Klaus Töpfer. Durch die Veranstaltung führt TV-Moderatorin Judith Rakers (Norddeutscher Rundfunk). Musikalisch wird die „Schlagzeugmafia“ für Unterhaltung sorgen.

Zentrale Rolle des „fatal unterschätzten“ Umweltmediums Boden im Blick

Kögel-Knabner sei es als einer der renommiertesten und einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt gelungen, die zentrale Rolle des im Vergleich zu Luft und Wasser in seiner Bedeutung „fatal unterschätzten“ Umweltmediums Boden in den Fokus zu rücken, sagte Bonde. Sie liefere Antworten auf die Frage, auf welchen Böden eine Kohlenstoffspeicherung nachhaltig möglich sei, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Denn Böden seien wichtig für das Klima – und den Verlauf des Klimawandels. Aber auch für die Nährstoffdynamik, die weltweite Ernährungssicherung, den Bodenschutz und die Biodiversität seien Kögel-Knabners Arbeiten bedeutsam. Ihre Forschungserkenntnisse zu Qualität und Steuerungsmechanismen, Humus im Boden zu stabilisieren, erlaubten es, über ein modifiziertes Management Umweltveränderungen im Boden zu überwachen, frühzeitig zu erkennen und Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen.

Ökologische Produkte in Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht

Schneider habe mit seiner „unternehmerischen Rundum-Nachhaltigkeitsstrategie und hohem persönlichen Engagement“ den Weg dafür geebnet, dass in einer kompletten Wirtschaftsbranche Umweltinnovationen auf immer höherem Standard hätten etabliert werden können, so Bonde. Er habe konsequent ökologische Produkte in einem Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht, lebe Nachhaltigkeit in seinen unternehmerischen Entscheidungen und sichere sich so das Vertrauen der Verbraucher. Mit zahlreichen Initiativen zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung habe er Neuland betreten: konsequentes Wiederverwerten von Altplastik etwa aus dem Gelben Sack für neue Verpackungen, umwelt- und gesundheitsfreundlich bedruckte Etiketten, heimische Pflanzenöle für seine Wasch- und Reinigungsmittel statt des umstrittenen Palmkernöls aus tropischen Regionen, freiwillige Umweltbetriebsprüfungen des Unternehmens nach den Vorgaben der Europäischen Union – der gelebte Nachhaltigkeitsgedanke sei „national wie international sichtbar“, so Bonde.

Zum Einstimmen: Preisträger-Portraits schon Freitagabend auf 3sat

Die gesamte Veranstaltung kann über einen Live-Stream zwischen 11 und 12.30 Uhr auf www.dbu.de/live mitverfolgt werden. Die DBU und die Preisträger werden zudem in einer „spezial“-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „nano“ bereits am Freitagabend um 18.30 Uhr auf 3sat porträtiert.

Symposium zur Zukunft der Ozeane am Vortag

Begleitend zum Festakt findet am Veranstaltungsort auch dieses Jahr wieder ein Symposium am Vortag der Umweltpreisverleihung statt. Zum Thema "Unsicheres Fahrwasser: Die Zukunft der Meere" diskutieren die Umweltpreisträgerin des Vorjahres, Prof. Dr. Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, gemeinsam mit weiteren Experten und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, wie der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane als Lebensgrundlage der Menschheit besser gesichert werden können. Es kann ebenfalls über den Live-Stream zwischen 13.30 und 16 Uhr auf www.dbu.de/live verfolgt werden.

Höchstdotierter Umweltpreis Europas

Mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU – dem unabhängigen, mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas – werden Leistungen von Personen ausgezeichnet, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden. Es können Projekte, Maßnahmen oder Lebensleistungen prämiert werden. Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis werden der DBU vorgeschlagen. Berechtigt dazu sind Wirtschaftsverbände, Forschungseinrichtungen, Branchenverbände und Gewerkschaften, das Handwerk, Umwelt- und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Vereinigungen, Medien und Kirchen. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury, besetzt mit unabhängigen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen, empfiehlt dem DBU-Kuratorium die Preisträger für das jeweilige Jahr. Das DBU-Kuratorium fällt die Entscheidung.

 

Hinweis an die Redaktionen: Wir bitten um Verständnis dafür, dass aus Sicherheitsgründen eine Akkreditierung bis 24. Oktober, 19 Uhr, zwingend nötig ist. Bitte nutzen Sie dafür ausschließlich den Link https://www.dbu.de/akkreditierung. Ein Einlass nur mit Presseausweis oder Bundespresseakkreditierung ist nicht möglich! Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, am Einlass Ihren Personalausweis bereitzuhalten. Wir empfehlen dringend, vorsorglich auch mögliche Vertreterinnen und Vertreter termingerecht anzumelden. Bitte denken Sie daran, dass auch Begleitpersonen (Kamera, Ton etc.) angemeldet werden müssen.

Die Pressestelle der DBU erreichen Sie Sonntag, 27. Oktober, unter 0171/3812888 sowie per E-Mail unter presse@dbu.de.