15.11.2018 | Energiewende in der Schule: „Pioniere“ geehrt

60 hessische Schulen als Vorbilder in Sachen Naturwissenschaften/Technik ausgezeichnet | In der Projektdatenbank - AZ 32847/01

Schule 3.0 © Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Damit die Energiewende auch in den Fachunterricht der Schulen kommt, haben 50 Lehrer von 13 hessischen Schulen Unterrichtsmaterialien entwickelt. Diese Pionierleistung wurde von Alexander Bonde, DBU-Generalsekretär (l.), ausgezeichnet.
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Auszeichnung Schule 3.0 © Wilhelm Irsch/piclease
Windkraft war eines der Themen, mit denen sich im Rahmen des Projektes „Schule 3.0“ 50 Lehrer von 13 hessischen Schulen beschäftigt haben, um die Energiewende in den Schulunterricht zu implementieren.
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Wiesbaden. Die Energiewende ist bundesweit ein zentrales Vorhaben der nächsten Jahre, „ein wichtiger Mosaikstein bei der Umsetzung der Energiewende ist die Implementierung in den Schulunterricht“, so Alexander Bonde, der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Er zeichnete 13 Schulen im Rahmen einer Festveranstaltung im hessischen Landtag vor rund 150 Vertretern aus Schule, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft aus. Die Schulen und ihre engagierten Lehrer seien Vorbilder dafür, dass aktuelle umweltpolitische Themen mit gesellschaftlicher Bedeutung in den Fachunterricht eingebaut werden. Bonde: „Den ausgezeichneten Lehrern ist es gelungen, das Thema alltags- und unterrichtsnah aufzubereiten. Sie sind Pioniere für die Integration der Energiewende in den Fachunterricht.“ Weitere 47 Schulen wurden aufgrund ihrer vorbildlichen Schwerpunktsetzung zu naturwissenschaftlich-technischen Fächern und zur Digitalisierung ausgezeichnet.

Schulen mit Vorbildfunktion durch viel Engagement der Lehrer

Bundesweit sei es immer noch nicht gelungen, das Thema nachhaltige Energiewende in den zentralen naturwissenschaftlich-technischen Schulfächern zu verankern und so die Bedeutung für Mensch, Umwelt und Wirtschaft zu vermitteln. Die bei der Festveranstaltung ausgezeichneten Schulen hätten eine Vorbildfunktion, weil sich ihre Lehrer mit viel Engagement selbst einbringen würden, um ein Thema von größter gesellschaftlicher Bedeutung für den Unterricht angemessen aufzubereiten. Ziel müsse sein, Fachlehrern die Kompetenz zu vermitteln, wie ein didaktisch und methodisch fundierter Unterricht in hoher Qualität durchgeführt werden könne. Das gelinge über qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien für Lehrer der sogenannten MINT-Fächer, also Lehrer, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik unterrichten. Genau hier setze das vom hessischen Kultusministerium und von der DBU fachlich und finanziell geförderte Projekt „Schule 3.0 – Energiewende in den Unterricht“ an, das vom Zentrum für Chemie (ZFC, Bensheim) durchgeführt wird.

Interdisziplinär entwickelte Unterrichtseinheiten von Lehrern für Lehrer

Bei der Festveranstaltung wurden 50 Lehrer aus 13 südhessischen Schulen geehrt, die in den letzten beiden Schuljahren an dem Projekt teilgenommen haben. In Kooperation mit Hochschulen, Verbänden und Unternehmen hatten sie berufsorientierte Unterrichtseinheiten für die Fächer Chemie, Informatik, Mathematik und Physik entwickelt und diese in der Unterrichtspraxis erprobt. In Arbeitsgruppen hatten sich die Lehrer mit der Brennstofftechnologie, organischer Elektronik, virtuellen Kraftwerken und Windkraft beschäftigt. „Es zeigt sich, dass eine wiederholte Auseinandersetzung mit der Thematik über einen längeren Zeitraum für das Erstellen eigener, hochwertiger Unterrichtseinheiten ausschlaggebend ist“, erläuterte Projektleiter Dr. Thomas Schneidermeier, ZFC-Vorstandssprecher. Das Thema Energiewende werde dadurch dauerhaft in den Unterricht der beteiligten Netzwerkschulen eingebaut. Im aktuellen Schuljahr soll es im Projekt darum gehen, die entstandenen Unterrichtseinheiten kontinuierlich weiterzuentwickeln und über Unterrichtsportale, Fortbildungen und Messen weiteren Schulen verfügbar zu machen. „Entwickelt von Lehrern für Lehrer und Schüler werden die Unterrichtsmaterialien große Aufmerksamkeit erzeugen“, so Bonde – „auch über Hessens Landesgrenzen hinaus“.

37 „MINT-freundliche Schulen“ und zehn „Digitale Schulen“ ausgezeichnet

Im Rahmen der Festveranstaltung wurden außerdem weitere 37 Schulen aus Hessen als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. Davon wurden 19 Schulen erstmals geehrt, weitere 18 nach dreijähriger erfolgreicher MINT-Profilbildung erneut ausgezeichnet. Zudem erhielten zehn weitere Schulen das Siegel „Digitale Schule“. Sie hatten eine Standortbestimmung sowie eine Selbsteinschätzung zum Thema Digitalisierung vorgenommen und Anregungen eines fachlichen Leitfadens erfolgreich umgesetzt. Thomas Sattelberger, Vorsitzender der BDA/BDI-Initiative „MINT Zukunft schaffen“: „Unsere 1.700 MINT-freundlichen Schulen – so wie andere interessierte Schulen auch – öffnen sich stärker und stärker für die Digitalisierung. Sie wollen Schulentwicklung mit digitaler Transformation verknüpfen.“ Mit dem Auszeichnungsprogramm „Digitale Schule“ werde ein wichtiges Zeichen gesetzt, um die Schulen auch bei diesem komplexen Thema zu unterstützen. „Wir zeigen einen Zielrahmen und die Leitplanken für den Weg auf. Damit sind wir wichtige Brückenbauer für den hoffentlich bald kommenden Digitalpakt Schule und unsere ausgezeichneten Schulen sind die digitalen Vorreiter“, so Sattelberger. Die Auszeichnung der Schulen in Hessen steht unter der Schirmherrschaft von Kultusminister Lorz und der Kultusministerkonferenz (KMK).

Berufliche Perspektive für junge Menschen: Fachkräfte für Deutschland

Hervorgehoben wurde von den Projektbeteiligten nicht nur die Implementierung umweltpolitischer und naturwissenschaftlich-technischer Themen sowie der Digitalisierung in den Schulalltag. Auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie der Fachkräftemangel wurden angesprochen. Bonde: „Junge Menschen werden über die Unterrichtseinheiten zur Energiewende und ganz allgemein über die MINT-Fächer auch an berufliche Perspektiven herangeführt.“ Er verwies auf das kürzlich veröffentlichte Gutachten des Sachverständigenrates der Bundesregierung, in dem der Fachkräftemangel als eine Gefahr für die Innovationskraft des Standortes Deutschland benannt wurde. „Schon jetzt arbeiten 340.000 Menschen für erneuerbare Energien, und es ist abzusehen, dass der Bedarf wächst“, so der DBU-Generalsekretär. Eine im Sinne der Nachhaltigkeit orientierte naturwissenschaftlich-technische Bildung sei deshalb auch langfristig Motor für eine lebenswerte Zukunft – vor allem auch für kleine und mittelgroße Unternehmen, deren Förderung der DBU besonders wichtig ist.

Ansprechpartner bei fachlichen Fragen zum Projekt (AZ 32847): Dr. Thomas Schneidermeier, Tel. 0174|2493016

Ansprechpartner bei fachlichen Fragen zur BDA/BDI-Initiative "MINT Zukunft schaffen!": Ekkehard Diedrich, Tel. 030|24632-457


Hinweis für die Redaktionen:

Bei der Veranstaltung werden von einem professionellen Fotografen Bilder gemacht, die nach dem anschließenden Wochenende zur Verfügung gestellt werden können. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an Herrn Dr. Schneidermeier (E-Mail siehe unten).

Die Liste der ausgezeichneten Schulen finden Sie als PDF unter der Pressemitteilung.