23.10.2018 | Bundespräsident Steinmeier übergibt Sonntag Deutschen Umweltpreis der DBU in Erfurt

Festakt um 11 Uhr für Meeresbiologin Boetius und interdisziplinäres Abwasser-Expertenteam aus Leipzig

Bundespräsident Steinmeier © DBU/Peter Himsel
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2017 in Braunschweig. Auch in diesem Jahr wird er den Preis überreichen.
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Preisträger Deutscher Umweltpreis 2018 © Kerstin Rolfes/Alfred-Wegener-Institut; Sebastian Wiedling/UFZ
Die Bremer Meeresbiologin Prof. Dr. Antje Boetius (l.) und ein interdisziplinäres Abwasser-Expertenteam aus Leipzig (o.v.l.: Dipl.-Ing. Wolf-Michael Hirschfeld, Dr. Manfred van Afferden, Dr. Mi-Yong Lee, Prof. Dr. Roland A. Müller) teilen sich in diesem Jahr je zur Hälfte den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
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Erfurt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht am Sonntag in Erfurt den 26. Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die mit 500.000 Euro höchstdotierte unabhängige Umweltauszeichnung Europas teilen sich 2018 die Meeresbiologin Prof. Dr. Antje Boetius (51, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven) und ein interdisziplinäres Abwasser-Expertenteam aus Leipzig. Die DBU betont damit die Bedeutung der Meere für Klima, Lebensvielfalt und Nahrungsversorgung und warnt vor Klimawandel, Umweltverschmutzung und Überfischung. „Gleichzeitig soll auch der weiteren Forderung der Vereinten Nationen Nachdruck verliehen werden, bis 2030 für die Weltbevölkerung sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen und eine angemessene Sanitärversorgung für alle und damit deutlich bessere Lebensbedingungen zu gewährleisten“, betonte der Generalsekretär der DBU, Alexander Bonde.

Feierlicher Festakt mit 1.200 Gästen

Zu dem feierlichen Festakt am Sonntag in der Messe Erfurt, in deren Mittelpunkt die Preisverleihung durch den Bundespräsidenten und seine Rede stehen werden, werden rund 1.200 geladene Gäste erwartet. Darunter sind der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Georg Bednorz, der jordanische Botschafter Basheer Zoubi, der Parlamentarische Staatssekretär des jordanischen Wasserministeriums, Ali Subah, Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund und der frühere DBU-Umweltpreisträger und Bundesminister a.D. Prof. Dr. Klaus Töpfer. Durch die Veranstaltung führt TV-Moderatorin Judith Rakers (Norddeutscher Rundfunk). Musikalisch wird das Quartett GlasBlasSing die Preisverleihung begleiten. Ob aus Glas oder Plastik, klein oder groß, in jedem Fall ungewöhnlich: Die vier musizieren allein mithilfe von unterschiedlichen Flaschen, die mit Wasser gefüllt sind.

Vielfältige Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage unterstrichen

Die Leistungen der Umweltpreisträger spiegelten die vielfältige Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage wider, begründete Bonde die Kriterien für die Auswahl der Preisträger 2018. „Das Leipziger Experten-Team hat mit seiner Pionierarbeit in der Abwasserbehandlung in Jordanien – einem der drei wasserärmsten Länder der Erde – einen wichtigen Beitrag geleistet, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen bekommen.“ Dafür werden Prof. Dr. Roland A. Müller (55), Dr. Manfred van Afferden (57), Dr. Mi-Yong Lee (47, alle Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Department „Umwelt- und Biotechnologisches Zentrum“) und Dipl.-Ing. Wolf-Michael Hirschfeld (70), Initiator des Bildungs- und Demonstrationszentrums für dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ), nun ausgezeichnet.

Boetius: „Menschliches Handeln wirkt bis in die entferntesten Erdwinkel.“

Zur Auszeichnung von Meeresbiologin Boetius betonte Bonde: „Ihre wissenschaftlichen Leistungen in der Tiefsee- und Polarforschung sind ganz entscheidend für das Verständnis des weltweiten Klimageschehens und der Lebensvielfalt. Auf Basis ihrer Forschungsergebnisse macht sie deutlich, dass sich menschliches Handeln wie Treibhausgasausstoß, Überfischung, Wasserverschmutzung bis in die unzugänglichsten Winkel der Erde auswirkt.“ Gleichzeitig habe sie eine außerordentliche Begabung, fachübergreifend zu denken und die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit verständlich darzustellen.

Zum Einstimmen: Preisträger-Portraits schon Freitagabend auf 3sat

Die gesamte Veranstaltung kann über einen Live-Stream zwischen 11 und 12.30 Uhr auf www.dbu.de/live oder www.nano.de verfolgt werden. Die DBU und die Preisträger werden zudem in einer „spezial“-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „nano“ bereits am Freitagabend um 18.30 Uhr auf 3sat porträtiert.

Symposium zu Klimaverhandlungen in Katowice am Vortag

Begleitend zum Festakt findet am Veranstaltungsort auch dieses Jahr wieder ein Symposium am Vortag der Umweltpreisverleihung statt. Zum Thema „Klimakonferenz in Katowice – Wie erreichen wir die Klimaziele?diskutieren die Umweltpreisträger des vergangenen Jahres, Johannes Oswald (Oswald Elektromotoren) und Prof. Dr. Hubert Weiger (Bund für Umwelt und Naturschutz), gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, wie das Klimaabkommen von Paris konkret umgesetzt werden könne. Geleitet wird das Symposium von „nano“-Moderator Gregor Steinbrenner. Es kann ebenfalls über einen Live-Stream zwischen 13.30 und 16 Uhr auf www.dbu.de/live verfolgt werden.

Höchstdotierter Umweltpreis Europas

Mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU – dem unabhängigen, mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas – werden Leistungen von Personen ausgezeichnet, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden. Es können Projekte, Maßnahmen oder Lebensleistungen prämiert werden. Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis werden der DBU vorgeschlagen. Berechtigt dazu sind Wirtschaftsverbände, Forschungseinrichtungen, Branchenverbände und Gewerkschaften, das Handwerk, Umwelt- und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Vereinigungen, Medien und Kirchen. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury, besetzt mit unabhängigen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen, empfiehlt dem DBU-Kuratorium die Preisträger für das jeweilige Jahr. Das DBU-Kuratorium fällt die Entscheidung.

                                                       

Hinweis an die Redaktionen: Wir bitten um Verständnis dafür, dass aus Sicherheitsgründen eine Akkreditierung bis 25. Oktober, 18 Uhr, zwingend nötig ist. Bitte nutzen Sie dafür ausschließlich den Link https://www.dbu.de/2448.html. Ein Einlass nur mit Presseausweis oder Bundespresseakkreditierung ist nicht möglich! Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, am Einlass Ihren Personalausweis bereitzuhalten. Wir empfehlen dringend, vorsorglich auch mögliche Vertreterinnen und Vertreter termingerecht anzumelden. Bitte denken Sie daran, dass auch Begleitpersonen (Kamera, Ton etc.) angemeldet werden müssen.