25.09.2018 | Energie in Pflegeheimen auch ohne Großinvestitionen sparen

Modellprojekt in Baden-Württemberg und NRW beendet - 21 Prozent weniger Energie für Wärme | In der Projektdatenbank - AZ 31596/01

Abschlussveranstaltung Solites © Solites
Maskottchen Eddie und die Projektbeteiligten heute bei der Abschlussveranstaltung in Mülheim an der Ruhr (v.l.): Johannes Nowak (Berater für Sozialunternehmen), Stefan Baumgart (Haustechniker im Altenzentrum Haus Salem Lintorf der Kaiserswerther Diakonie), Magdalena Berberich (Projektleiterin), Thomas Krülls (Leiter der Caritasaltenheime Marienhof und St.Josef des Caritasverbandes Duisburg), Verena Exner (DBU-Referatsleiterin), Charlotte Eichmanns (Leiterin Haus Wichernheim der Evangelischen Altenhilfe Duisburg).
Download
Altenheim - Symbolfoto © Deutsche Bundesstiftung Umwelt
In elf Alten- und Pflegeheimen konnte im Rahmen eines DBU-Modellprojektes der Energieverbrauch dank guter Umweltkommunikation deutlich gesenkt werden - ohne goße Investitionen.
Download

Mülheim/Ruhr. Elf Pflegeeinrichtungen aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben den Beweis dafür geliefert, dass mit guter Umweltkommunikation und ohne große Investitionen das Bewusstsein für intensiveres Energiesparen in der Pflege langfristig gestärkt und konkret Verbräuche verringert werden können. Im Rahmen eines Modellprojektes des Steinbeis Forschungsinstituts Solites (Stuttgart) konnten im letzten Jahr bis zu 21 Prozent Wärme und je zwölf Prozent Strom und Wasser eingespart werden. Die Ergebnisse wurden heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Mülheim/Ruhr präsentiert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte das Projekt fachlich und finanziell mit über 182.000 Euro gefördert.

Hohes Klimaschutzpotenzial in deutschlandweit 12.000 Pflegeeinrichtungen

„Man kann den Energieverbrauch in Alten- und Pflegeeinrichtungen auch ohne große Investitionen verringern, wenn alle Beteiligten sich im Alltag energiebewusst verhalten“, stellte DBU-Referatsleiterin Verena Exner fest. Und auch Projektleiterin Magdalena Berberich von Solites zog ein positives Fazit: „Wenn das Thema Energie in den Einrichtungen sichtbar wird, sind die Menschen auch bereit, sich dafür zu engagieren.“ Mit 12.000 stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland sei das Potential für den Klimaschutz in der Branche sehr groß. Teilweise sei der Energieverbrauch in den Einrichtungen pro Bewohner so hoch wie der einer vier- bis sechsköpfigen Familie, so Berberich weiter.

Informationsmaterialien rund um Maskottchen Eddie

Die Initiative „Energieeffizienz für Pflegeeinrichtungen“ wird seit Juni 2015 unter Führung von Solites zusammen mit der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Beratungsbüro Nowak (Düsseldorf) und den Alten- und Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Gemeinsam wurde ein Umweltkommunikationskonzept entwickelt, das das Bewusstsein für Energie in der Pflege stärken und den Verbrauch über Verhaltensveränderung sowie geringinvestive technische und organisatorische Maßnahmen langfristig senken soll. Berberich: „Der Erfahrungsaustausch in regelmäßigen Arbeitskreisen wurde von den Beteiligten der Einrichtungen wie Geschäftsleitung, Haustechniker und Pflegepersonal sehr begrüßt und führte zu vielen Ideen.“ Solites entwickelte eine Internetplattform, auf der die Einrichtungen ihre Energiedaten selbst eintragen und auswerten können. Rund um das Maskottchen Eddie wurden Informationsmaterialien entworfen, die an Lichtschaltern, Fenstern und Wärmewagen zum effizienten Handeln motivieren sollen. Berberich: „Im stressigen Pflegealltag wird meist einfach nicht daran gedacht, etwas anders zu machen als bisher. In der Erprobungsphase des Konzepts in den Piloteinrichtungen wurde aber gezeigt, dass schon mit geringem Aufwand Einsparungen möglich sind.“ In Summe wurde 2017 in den elf Einrichtungen der Ausstoß von 380 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Großes Einsparpotenzial durch einfache technische und organisatorische Maßnahmen

Um die Kosten möglichst gering zu halten und die Kosten für die Pflegebedürftigen nicht zu erhöhen, seien die Maßnahmen bewusst auf das Nutzerverhalten und geringinvestive Maßnahmen begrenzt worden. Gezeigt habe sich, dass es dennoch viele Möglichkeiten gebe, den Energieverbrauch zu verringern. Exner: „Neben dem energiebewussten Verhalten liefern einfache technische und organisatorische Maßnahmen ein unerwartet großes Einsparpotenzial.“ Wie beispielsweise Heizungsregelung oder Beleuchtungssteuerung optimiert werden können und das Personal geschult wurde, wurde bei der Abschlussveranstaltung von den Projektbeteiligten vorgestellt. Weitere Informationen: www.ee-fuer-pflege.de.


Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 31596): Magdalena Berberich, Tel.: 0711|6732000-55