24.05.2018 | „Planetare Leitplanken“: Schüler zeigen grenzenlos Kreativität

Plakat-Präsentation der Fachoberschule Gestaltung (Osnabrück) im Vorfeld der neuen DBU-Ausstellung

Gewinnerplakate mit DBU-Vertreterinnen und Lehrerin © Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Insgesamt fünf Entwürfe wurden von der Jury ausgewählt (v.l.n.r.): Nils Westmeyer, Jordan MacDonald, Lea Begemann, Ulrike Peters (DBU-Referentin für Umweltkommunikation), Farina Wittenberg (Lehrerin der Fachoberschule Gestaltung), Tabea Rohmann, Oliver Wichmann und Birte Kahmann (DBU Zentrum für Umweltkommunikation).
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Ausgewählte © Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Ihre ausgewählten Entwürfe werden während der neuen DBU-Wanderausstellung "MenschenWelt" gezeigt (v.l.n.r.): Jordan MacDonald, Nils Westmeyer, Lea Begemann, Tabea Rohmann und Oliver Wichmann.
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Osnabrück. Dass schwierige Zusammenhänge auch kurz, prägnant und optisch schick dargestellt werden können, bewiesen jetzt Schüler des Berufsschulzentrums am Westerberg (Osnabrück). In ihrem EDV-Kurs entwarfen zwei Abschlussklassen der Fachoberschule für Gestaltung Plakate zum Thema „planetare Leitplanken“, die die Grenzen aufzeigen, in denen wir Menschen wirtschaften und handeln können und gleichzeitig dennoch die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, ohne das Erdsystem zu überlasten. Die fünf besten Plakate werden während der Standzeit der neuen DBU-Wanderausstellung „MenschenWelt“ nach ihrer Eröffnung am 28. August in Osnabrück gezeigt, die sich auch mit dem Konzept der „planetaren Leitplanken“ befassen wird.

Plakate „treffsicher und kreativ“

Ulrike Peters, Referentin für Umweltkommunikation bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), zeigte sich „begeistert darüber, wie tief die Schüler in das komplexe Thema eingestiegen sind und wie treffsicher und kreativ ihre Plakate geworden sind. Das zeigt, mit welchen unterschiedlichen Methoden Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung in der Schule vermittelt werden kann.“

Abschlussarbeit mit Praxisbezug

Lehrerin Farina Wittenberg: „Die Aufgabenstellung für die Jugendlichen lautete, eine der ‚Leitplanken‘ auszuwählen und mittels des Grafikprogramms Adobe InDesign ein Plakat anzufertigen.“ Die gestaltenden Elemente konnten sie dabei frei wählen: So wurden Aquarellzeichnungen oder Collagen eingescannt sowie Grafiken direkt am Computer erstellt. Dadurch entstanden insgesamt 35 sehr unterschiedliche Plakate. Die besten fünf wurden heute von der Jury, zusammengesetzt aus der Pädagogin und Mitarbeitern der DBU, prämiert. Die Wahl fiel auf die Plakate von Lea Begemann, Jordan MacDonald, Tabea Rohmann, Nils Westmeyer und Oliver Wichmann. Ihre Arbeiten überzeugen nach Ansicht der Jury durch eine ästhetisch ansprechende Gestaltung, spiegeln den Inhalt der Leitplanke treffend wider und motivieren den Betrachter selbst, aktiv zu werden. „Die Abschlussarbeiten sollen möglichst einen praktischen Bezug haben und für einen ‚echten Kunden‘ erstellt werden. Hinzu kommt, dass ich gerne einen Inhalt wähle, der die Schüler nicht nur auf EDV-Ebene nachhaltig zum Nachdenken bewegt. Das Thema der neuen DBU-Wanderausstellung war da ideal für uns“, erläutert die Fachlehrerin den Ursprung der Zusammenarbeit zwischen Berufsschulzentrum und DBU.

Konzept der „planetaren Leitplanken“ Thema in neuer Wanderausstellung

Entwickelt wurde das Konzept der „planetaren Leitplanken“ von einem internationalen Kreis renommierter Forscher rund um den Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2015 der DBU, Prof. Dr. Johan Rockström. Sollen alle Menschen in Zukunft gut leben können, ist es danach entscheidend, dass das Erdsystem nicht überlastet wird, die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben und die Menschen innerhalb dieser Leitplanken wirtschaften und handeln. Rockström nennt das einen „sicheren Handlungsraum für die Menschheit“. Das heißt zum Beispiel, sorgsam mit Süßwasservorräten umzugehen oder den wichtigen Nährstoff Phosphor im Kreislauf zu führen. Die 11. DBU-Wanderausstellung „MenschenWelt – Nachhaltige Entwicklung innerhalb planetarer Leitplanken“ will das Konzept in seinen vielen Facetten anschaulich aufgreifen.

Umfangreicher Einblick dank Mitmachstationen und Begleitprogramm

Eröffnet wird die neue Wanderausstellung am 28. August im Gebäude des DBU Naturerbes. „In zahlreichen interaktiven Mitmachstationen wird deutlich werden, welches die größten ökologischen Probleme weltweit sind, welche Lösungen es dafür gibt und welche Ziele einer Nachhaltigen Entwicklung sich die Vereinten Nationen gesteckt haben. Auch unser eigener Konsum und unsere Aktivitäten hier in Deutschland haben Einfluss auf Ökosysteme, Klima und Lebensqualität in der ganzen Welt. Was hat zum Beispiel das Phosphatrecycling in Europa mit den Algenblüten und den sauerstoffarmen Zonen in den Meeren zu tun? Oder wie hängen saubere Gewässer mit unserer Hausapotheke zusammen?“, gibt Peters einen Ausblick. Im pädagogischen Begleitprogramm können die Inhalte wie gewohnt in kostenlosen Führungen vertieft werden. Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Schüler ab der 7. Klasse.


Ansprechpartnerin bei Fragen zum Projekt: Birte Kahmann, Tel. 0541|9633-956