24.10.2017 | Bundespräsident Steinmeier übergibt Deutschen Umweltpreis der DBU in Braunschweig

Sonntag Festakt für Elektro-Motorenentwickler Oswald und Naturschützer Sielmann, Frobel und Weiger – Ehrenpreis für verstorbenen de Brum

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den Deutschen Umweltpreis 2017 der DBU am 29. Oktober übergeben.
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In diesem Jahr findet die Verleihung des Deutschen Umweltpreises der DBU in der Stadthalle Braunschweig statt.
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Braunschweig. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt am Sonntag in Braunschweig den 25. Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die mit 500.000 Euro höchstdotierte unabhängige Umweltauszeichnung Europas teilen sich 2017 die Initiatoren des „Grünen Bandes“, Inge Sielmann, Dr. Kai Frobel und Prof. Dr. Hubert Weiger, mit den Unternehmern Bernhard und Johannes Oswald. Die DBU würdigt damit den Einsatz für das gesamtdeutsche Naturschutzprojekt sowie die Entwicklung eines besonders sparsamen Elektromotors. Der Ehrenpreis mit 10.000 Euro geht posthum an den Ex-Außenminister der Marshall-Inseln, Tony de Brum, für seinen Einsatz im Klimaschutz. „Die zukunftsweisenden Ideen der Preisträger zeigen, wie wir den großen Herausforderungen unserer Zeit begegnen und so unseren Kindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen können“, betonte der stellvertretende Generalsekretär der DBU, Prof. Dr. Werner Wahmhoff.

Feierlicher Festakt mit 1.200 Gästen

Zu dem feierlichen Festakt am Sonntag in der Stadthalle Braunschweig werden über 1.200 geladene Gäste erwartet – darunter Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Georg Bednorz, der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, sowie die früheren DBU-Umweltpreisträger Prof. Dr. Klaus Töpfer und Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker. Durch die Veranstaltung führt die TV-Moderatorin Judith Rakers (NDR).

Stimmgewaltige Untermalung durch a capella-Quartett

Musikalisch wird das deutsch-französische Quartett Les Brünettes die Preisverleihung begleiten. Ob mit einer Hommage an ihre musischen Heldinnen aus den 70er und 80er Jahren oder die „Beatles“ wollen die vier Frauen ihr Publikum dabei allein mit ihrer Stimmgewalt begeistern.

Preisträger spiegeln Bandbreite der Herausforderungen wider

Alle Umweltpreisträger beeinflussen nach Darstellung der DBU die großen Herausforderungen unserer Zeit mit ihren Ideen und versuchen so, unsere Lebensweise nachhaltiger zu gestalten. Als „Wegbereiter des ‚Grünen Bandes‘ als erstes und größtes gesamtdeutsches Naturschutzprojekt“ würdigt die DBU Inge Sielmann, Ehren-Vorsitzende der Heinz Sielmann Stiftung, Dr. Kai Frobel, Koordinator des Projektbüros Grünes Band des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. Mit dem durch den Todesstreifen entlang der 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze entstandenen „Grünen Band“ habe ein einmaliger Rückzugsort für die Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden können. Daraus habe sich eine europäische Initiative entwickelt, die als Symbol der Überwindung des Kalten Krieges gelte.

Energiesparende Revolution bei Industrieantrieben

Der Geschäftsführer des Miltenberger Familienunternehmens OSWALD Elektromotoren, Johannes Oswald und sein Vater Bernhard Oswald, werden für die Entwicklung energieeffizienter Elektromotoren, insbesondere für Industrieanlagen, ausgezeichnet. Diese Torque-Motoren bedeuten eine Revolution in der Antriebstechnik: So könne der Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent verringert werden, der Einsatz von Getriebeöl falle weg, die Maschinen würden leichter, benötigten weniger Platz, produzierten geringere Betriebskosten und seien leiser.

Ein Leben für den Klimaschutz

Der kürzlich verstorbene Ex-Außenminister der Marshall-Inseln, Tony de Brum, erhält posthum den DBU-Ehrenpreis. Seinem persönlichen Engagement und diplomatischen Geschick als engagiertem Vertreter der pazifischen Inselstaaten sei es maßgeblich zu verdanken, dass es 2015 zum Pariser Klimaschutzabkommen kam. Mit seinem Einsatz verlieh er vor allem den Staaten eine Stimme, die voraussichtlich am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht sein werden.

Gesamte Veranstaltung im Live-Stream

Die gesamte Veranstaltung kann über einen Live-Stream zwischen 11 und 12:30 Uhr auf www.dbu.de verfolgt werden. Die Preisträger werden zudem in einer „spezial“-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „nano“ bereits am Freitagabend um 18.30 Uhr auf 3sat porträtiert.

Symposium zu nachhaltigem Umgang mit Ressourcen am Vortag

Begleitend zum Festakt findet auch dieses Jahr wieder ein Symposium am Vortag der Verleihung statt. Zum Thema „Effizienz – Suffizienz – Kreislaufwirtschaft: Zukünftige Ressourcenstrategie“ diskutieren die Umweltpreisträger des vergangenen Jahres, die Recyclingexperten Prof. Dr. Angelika Mettke und Walter Feeß sowie Fairphone-Gründer Bas van Abel, gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über mögliche Strategien im nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Moderiert wird das Symposium durch Volker Angres, Leiter der Redaktion Umwelt des ZDF. Es kann ebenfalls über einen Live-Stream zwischen 13 und 17 Uhr auf www.dbu.de verfolgt werden.

Höchstdotierter Umweltpreis Europas

Mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU – dem unabhängigen, mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas – werden Leistungen von Personen ausgezeichnet, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden. Es können Projekte, Maßnahmen oder Lebensleistungen prämiert werden. Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis werden der DBU vorgeschlagen. Berechtigt dazu sind Wirtschaftsverbände, Forschungseinrichtungen, Branchenverbände und Gewerkschaften, das Handwerk, Umwelt- und Naturschutzverbände, wissenschaftliche Vereinigungen, Medien und Kirchen. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury, besetzt mit unabhängigen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen, empfiehlt dem DBU-Kuratorium die Preisträger für das jeweilige Jahr. Das DBU-Kuratorium fällt die Entscheidung.