07.09.2017 | Zeichen gegen die Wegwerfkultur: Let’s MINT Tüftler-Crew repariert an der OBS Bad Laer für die Zukunft

DBU und Sparkassenstiftung unterstützen Werkstätten an Schulen | In der Projektdatenbank - AZ 33246

Let's MINT Reparierwerkstatt
DBU-gefördertes Projekt mit vielversprechendem neuen Ansatz, der bisher an Schulen im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung noch keine Rolle spielt: Let's MINT Reparierwerkstatt. Startschuss an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer mit (v.l.) Nancy Plaßmann, Geschäftsführerin der Sparkassen-Stiftung, Franz-Josef Otte vom Unternehmen Otte Haustechnik sowie Landrat Dr. Michael Lübbersmann sowie interessierten Schülern.
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Hilter/Bad Laer. Wenn die Uhr nicht mehr richtig tickt, am Skateboard eine Rolle fehlt oder dem Haarföhn die heiße Luft ausgeht, haben sie meistens ausgedient. Reparieren war gestern, heute wird überwiegend weggeworfen. Mit ihrem Projekt „Reparierwerkstätten an Schulen“ möchte die Unternehmerinitiative Let’s MINT mit Sitz in Hilter das technische Verständnis Jugendlicher schulen, sie für technische Berufe interessieren und gleichzeitig ein Zeichen setzen gegen die Wegwerfkultur. Unter dem Motto "Schüler reparieren für die Zukunft“ hatte Let’s MINT im vergangenen Schuljahr je eine Reparierwerkstatt an der Oberschule Glandorf sowie der Gesamtschule Ibbenbüren eingerichtet. Zu Beginn des neuen Schuljahres ist nun die 2. Reparierwerkstatt im Osnabrücker Südkreis an der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer gestartet. Ermöglicht wird das Projekt durch eine fachliche und finanzielle Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Vielversprechender Projektansatz

“Die Umwelt leidet unter den Folgen der Wegwerfkultur. Fähigkeiten und Wissen, Alltags- und Gebrauchsgegenstände wiederherzustellen, gehen außerdem verloren. Um dem entgegenzutreten, bietet das Projekt einen vielversprechenden neuen Ansatz, der bisher an Schulen im Rahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung noch keine Rolle spielt“, betonte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der DBU.

Nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Schule und Mittelstand

Die Reparierwerkstätten im Südkreis werden zudem durch die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück unterstützt. Landrat Dr. Michael Lübbersmann und Nancy Plaßmann, Geschäftsführerin der Sparkassen-Stiftung, statteten deshalb der Reparierwerkstatt in Bad Laer einen Besuch ab und übergaben symbolisch einen Scheck. „Ein großartiges Projekt“, lobte der Landrat, „die Reparierwerkstätten von Let’s MINT verbinden innovativ Berufsorientierung mit Technik- und Umweltbildung. Besonders erfreulich ist die nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Schule und mittelständischer Wirtschaft.“ An der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer leiten Elektromeister Franz-Josef Otte vom Let’s MINT-Mitgliedsunternehmen Otte Haustechnik in Bad Laer sowie Franz-Josef Strubberg, ehemaliger Industriemechanikermeister bei Höcker Polytechnik in Hilter, die Jugendlichen bei ihren wöchentlichen Reparaturarbeiten an. „Es bereitet mir richtig Freude, den Jugendlichen über die Reparaturen technisches Wissen näherzubringen“, sagte Otte. „Zudem ist unser Engagement eine wichtige Zukunftsinvestition, um junge Menschen weiterhin für technische und handwerkliche Berufe zu interessieren.“ Als weitere Let’s MINT-Mitgliedsunternehmen unterstützen Presto und TKT Kunststofftechnik aus Bad Laer, Spanntec aus Bad Iburg und Autotechnik Hagemeier aus Bad Rothenfelde die Werkstatt.

Reparierwerkstatt kommt bei Schülern gut an

„Für uns ist diese Expertise von außen ein großer Gewinn“, betonte Schulleiterin Stephanie Baalmann. „Berufliche Fachkenntnisse und Reparierwissen in dieser Tiefe können wir als Schule gar nicht bieten. Es ist hervorragend, dass unsere Schüler nun diese Zusatz-Angebote in Technik, Umweltbildung und Berufsorientierung nutzen können.“ Als Projekt, das zum nachhaltigen Konsum bewegen möchte, passe die Reparierwerkstatt zudem hervorragend zum Konzept der Geschwister-Scholl-Oberschule, die sich im vergangenen Jahr auf den Weg zur Umweltschule gemacht habe. Schrittweise sollen Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer stärker in den Schulalltag integriert werden. Und das Wichtigste ist: Auch bei den Schülerinnen und Schülern kommt die Reparierwerkstatt sehr gut an. Wegen der hohen Nachfrage wurde die maximale Teilnehmerzahl der Tüftler-AG schon von zwölf auf 14 Jugendliche erhöht. „Ich finde diese Aktion gut, weil wir sonst so wenig Handwerkliches in der Schule machen“, begründete Niclas seine Wahl für die Tüftler-Crew. „Und hier machen wir ja auch etwas richtig Nützliches.“

Bürger von Bad Laer können mit kaputten Haushaltsgeräten unterstützen

Mit ihrem Engagement für nachhaltigen Konsum möchten Let’s MINT und die Geschwister-Scholl-Oberschule möglichst viele Menschen erreichen. Sie bitten deshalb die Bürgerinnen und Bürger von Bad Laer und Umgebung die Werkstatt zu unterstützen und defekte Haushaltsgeräte und -gegenstände zur Reparatur zu bringen. Nach der Devise „Reparieren statt wegwerfen“ können sie diese jeweils donnerstags von 8 bis 14 Uhr im Sekretariat der Schule abgeben.