12.06.2017 | Jugend Zukunft Vielfalt: vom Kongress zur Praxis

Jugendliche entwickeln Ideen für Naturschutz-Projekte | In der Projektdatenbank - AZ 33510/01

JuZuVie VIPs
BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel, DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann und Dr. Christiane Paulus, Unterabteilungsleiterin Naturschutz beim BMUB, auf dem Markt der Möglichkeiten im Gespräch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
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JuZuVie 2017 Gruppenfoto
Gruppenfoto aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendkongresses 2017.
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JuZuVie 2017 Fahrradfahrer
Der Jugendkongress war auch ein Fahrradkongress: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des JuZuVie 2017 fahren als „Critical Mass“ gemeinsam von der Jugendherberge zum Veranstaltungsort, dem DBU Zentrum für Umweltkommunikation.
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Der Kongress „Jugend Zukunft Vielfalt“ trägt Früchte: 16 Projekte zum Schutz der biologischen Vielfalt werden für den Zeitraum eines Jahres durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Veranstaltet wurde der dritte Jugendkongress von Bundesumweltministerium (BMUB), Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der DBU. Zur dreitägigen Veranstaltung waren am Wochenende insgesamt 180 junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren nach Osnabrück in die Räumlichkeiten der DBU gekommen.

Junge Menschen können schon heute auf vielfältige Weise ihre Zukunft mitgestalten

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks: „Ein erfolgreicher Naturschutz lebt von gesellschaftlicher Zustimmung und Engagement – und dafür sind alle Altersgruppen wichtig. Die biologische Vielfalt zu erhalten ist eine Aufgabe, die vor allem auch für die Generation von morgen eine zentrale Rolle spielt. Deshalb ist es für mich auch selbstverständlich, dass junge Menschen schon heute auf vielfältige Weise ihre Zukunft mitgestalten können.“

Für BfN hat das Engagement der Jugendlichen für den Naturschutz einen sehr hohen Stellenwert

BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel: „Der Jugendkongress ist ein gelungenes Beispiel, wie der Leitspruch, ‚vom Denken zum Handeln‘ Realität werden kann. Ich freue mich deshalb sehr, dass die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Anfang an den Kongress mit organisiert haben. Denn sie wissen selbst am besten, was sie bewegt und wie sie in Zukunft den Schutz der biologischen Vielfalt gestalten möchten. Für uns als BfN hat das Engagement der Jugendlichen für den Naturschutz einen sehr hohen Stellenwert. Der Kongress bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und Ideen zur biologischen Vielfalt sowohl direkt in die politische Diskussion einfließen zu lassen als auch in Projekten umzusetzen.“

Bottermann: "Zuversichtlich auf die Zukunft unseres Planeten schauen"

DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann: „Dass sich junge Menschen gemeinsam über die Vielfältigkeit des Lebens und deren Erhaltung austauschen und Lust haben, ihre Ideen in die Tat umzusetzen, begeistert mich immer wieder aufs Neue. Es lässt mich auch zuversichtlich auf die Zukunft unseres Planeten schauen. Unsere Erde ist an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geraten, deshalb brauchen wir jeden Mitstreiter, der sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt stark macht und andere Menschen dazu motiviert, aktiv zu werden.“

Vom Comic zur Umweltbildung bis zum Schaffen eines Netzwerkes zur Förderung der Artenkenntnis

Wie es gelingen kann, vom Wissen zum Handeln zu kommen, zeigen die von den 180 Teilnehmenden für eine finanzielle Förderung ausgewählten 16 Projekte. Die Ideen sind so vielfältig wie die Natur selbst: von einem Comic zur Umweltbildung über die Entwicklung von alternativem Verpackungsmaterial aus Pilzen bis zum Schaffen eines Netzwerkes zur Förderung der Artenkenntnis. Eines ist allen Projekten aber gemeinsam – es geht nicht nur um die Erhaltung der biologischen Vielfalt, sondern auch darum, andere Menschen für diese Ideen zu begeistern. „Hinter dem Jugendkongress ‚Jugend Zukunft Vielfalt‘ steht ein engagiertes Team junger Erwachsener“, so Lukas Zimmermann, FöJ´ler und Mitglied des Organisationsteams. „Genau wie der Kongress ist auch unser Team vielfältig aufgestellt. Von Schülerinnen und Schülern, FÖJ´lern bis hin zu Studierenden und Auszubildenden sind alle mit dabei.“  Acelya Aktas, Gymnasiastin aus Augsburg und ebenfalls im Organisationsteam, bringt das Motto ihres Teams auf den Punkt: „Wie die Welt von Morgen aussehen wird, hängt von uns ab!“ Während des Kongresses hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihr Wissen über die biologische Vielfalt auch themenspezifisch zu vertiefen, beispielsweise in Workshops zu Landwirtschaft, Wildnis oder Klimawandel, sich auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Auf Exkursionen lernten sie zudem verschiedene Lebensräume sowie die lokale Tier- und Pflanzenwelt kennen und konnten ihr Wissen auch praktisch anwenden.

Hintergrund: Der Jugendkongress
Der Jugendkongress – organisiert von Bundesumweltministerium, Bundesamt für Naturschutz und Deutscher Bundesstiftung Umwelt – leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und stellt ein eigenständiges Forum zur Biodiversität speziell für junge Menschen dar. Er fand bereits zum dritten Mal statt. Die Besonderheit: Der Kongress wird maßgeblich von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst geplant, organisiert und durchgeführt.

Für den diesjährigen Jugendkongress hatte sich das Organisationsteam seit September 2016 getroffen und ein umfangreiches Kongress- und Rahmenprogramm entworfen, das eine breit gefächerte Zielgruppe ihrer Altersgenossen zur Teilnahme einlud. So sollten nicht nur vom Thema bereits Begeisterte angesprochen werden, sondern auch junge Menschen, die sich zuvor noch nicht mit der biologischen Vielfalt auseinandergesetzt hatten. Neben reinen Naturschutzthemen wurden beispielweise auch nachhaltige Mobilität oder der Konsum als weiterführende Themen angeboten. Für dieses Programm konnten insgesamt 34 Expertinnen und Experten gewonnen werden, die gemeinsam mit dem Organisationsteam die 18 Workshops und neun Exkursionen planten.

Umweltgerechtes, zertifiziertes Catering und umweltgerechte Mobilität kennzeichneten den nachhaltigen und barrierefreien Jugendkongress. So wurde für die An- und Abreise das Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn empfohlen. Eine Kooperation mit sozialen Einrichtungen aus Osnabrück gewährleistete vor Ort die Fortbewegung mit Fahrrädern.