10.06.2017 | Bedeutsame Lebensräume stärker ins Bewusstsein rücken

Umwelt-Staatssekretärin Kottwitz zum Tag des Nationalen Naturerbes auf der DBU-Fläche Beienroder Holz

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Exkursion zum "Tag des Nationalen Naturerbes" auf der DBU-Naturerbefläche Beienroder Holz (v.l.): Wolfgang Löwe Bundesforstbetrieb Niedersachsen, Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium, stellvertretender DBU-Generalsekretär Prof. Dr. Werner Wahmhoff.
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Beienroder Holz
Die DBU-Naturerbefläche Beienroder Holz ist über die Hälfte mit Eichen bedeckt, die teilweise ein Alter von 145 bis 165 Jahre aufweisen.
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Lehre. Unzerschnittene Waldgebiete, offene Landschaftsbereiche und artenreiche Feuchtgebiete – die Naturlandschaft in Deutschland ist vielseitig. Die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, sichert davon wertvolle 69.000 Hektar auf 70 Flächen für den Naturschutz. „Das Nationale Naturerbe bietet bedeutsame Lebensräume, die stärker ins Bewusstsein gerückt werden sollen. Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit mehr von diesen Naturschätzen erfährt“, forderte Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz anlässlich einer Exkursion zum Tag des Nationalen Naturerbes auf der DBU-Naturerbefläche Beienroder Holz. Zahlreiche Flächen öffnen an diesem Wochenende bundesweit ihre Türen zu Lebensräumen mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt und geben Hintergrundinformationen über die naturschutzfachliche Bedeutung.

Wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt in Deutschland

Insgesamt 156.000 Hektar Bundesfläche konnten dauerhaft von Bundesländern, Naturschutzverbänden und dem DBU Naturerbe für den Naturschutz gesichert werden. „Deutschland trägt für sein Nationales Naturerbe eine besondere Verantwortung, welche das DBU Naturerbe als größter Flächenempfänger auf vielfältige Weise wahrnimmt“, begrüßte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der DBU und fachlicher Leiter sowie Prokurist des DBU Naturerbes, die Gäste der Exkursion und erläuterte Aufgaben und Zielsetzungen. Die DBU-Tochter leiste einen wichtigen Beitrag, um die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu erreichen. Neben der Waldrenaturierung sei auch die Offenlandpflege wichtig für den Schutz der biologischen Vielfalt als Grundlage für das Leben der Menschen und ihrer Entwicklung. Vom 9. bis 11. Juni finden zum Tag des Nationalen Naturerbes bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt, die Interessierte einladen, Naturschätze vor Ort zu erleben. Neben der Exkursion mit Staatssekretärin Kottwitz im Beienroder Holz werden auf 13 weiteren DBU-Naturerbeflächen Veranstaltungen durchgeführt.

Naturhistorie der Fläche lag im Fokus der Exkursion

Das Beienroder Holz, eine 167 Hektar große Naturerbefläche mit altem Baumbestand, befindet sich in Niedersachsen. „Die weiträumigen Laubwälder aus Eichen und teilweise Buchen und Erlen bieten vielfältige Lebensräume für besondere Vogel- und Käferarten und sind gleichzeitig Zeitzeugen der Geschichte“, erläutert Wolfgang Löwe, DBU-Koordinator des Bundesforstbetriebes Niedersachsen, die Besonderheiten des Gebietes. Über die Hälfte der Fläche ist mit Eichen bedeckt, die teilweise ein Alter von 145 bis 165 Jahren aufweisen. Sie erinnern an die Mittelwaldbewirtschaftung des 19. Jahrhunderts für Bau- und Brennholz und prägten damals das Landschaftsbild rund um Braunschweig. Neben der naturschutzfachlichen Bedeutung wurde die militärische Historie der Fläche an verschiedenen Standorten erläutert. In den alten Bunkeranlagen auf dem Gelände finden Fledermäuse geeignete Plätze für Wochenstuben und Überwinterung.

Eine einmalige Chance für den heimischen Naturschutz

Das DBU-Naturerbe versteht sich als Treuhänder für Flächen des Nationalen Naturerbes und hat es sich zum Ziel gesetzt, diese in einem naturnahen Zustand für nachfolgende Generationen zu sichern. Auf den bundesweit insgesamt 70 Flächen mit rund 69.000 Hektar – größtenteils ehemals militärisch genutzte Flächen – sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden.