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02.11.2011 |
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Zum Schutz von Mensch und Tier: Bleifreie Jagd auf DBU Naturerbeflächen

DBU Naturerbe GmbH führt bleifreie Jagd verbindlich ab April 2012 ein – Empfehlung für bleifreie Munition gilt ab sofort
Seeadler © Axel Gebauer
Der Seeadler verzehrt mit Vorliebe Reste von erlegtem Wild. Bleirückstände im Fleisch können bei den Vögeln jedoch zu schweren Vergiftungen führen.
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Osnabrück. Eine gute Nachricht für Wildfleischliebhaber und Seeadler: Die DBU Naturerbe GmbH, eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), führt auf ihren bundesweit 33 Flächen verbindlich die bleifreie Jagd ein. „Für die aktuelle Jagdsaison gilt noch die Empfehlung, bleifreie Munition zu verwenden. Mit Beginn des neuen Jagdjahres werde dann ab April 2012 auf 46.000 Hektar ausschließlich bleifrei gejagt“ so Prof. Dr. Werner Wahmhoff, fachlicher Leiter und Prokurist der DBU Naturerbe GmbH. Damit würden die vom Schwermetall Blei ausgehenden Risiken für Mensch und Tier vermieden.

Verzehr von mit Bleimunition erlegtem Wild kann zusätzliches Gesundheitsrisiko für bestimmte Verbrauchergruppen sein

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jüngst das zusätzliche Gesundheitsrisiko durch den Verzehr von mit Bleimunition erlegtem Wild aufgrund neuer Daten und Untersuchungen neu bewertet. Laut BfR können bleihaltige Munitionsreste in geschossenem Wild für bestimmte Verbrauchergruppen wie kleine Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch ein zusätzliches Gesundheitsrisiko sein. Ein erhöhtes Risiko bestehe auch bei Verbrauchergruppen, die wöchentlich Wild verzehrten, gab das Institut im September dieses Jahres bekannt.

Bleihaltige Munitionsreste im Wild stellen Gefahr für Seeadler dar

„Neben dem möglichen Gesundheitsrisiko für bestimmte Verbrauchergruppen stellen die Rückstände bleihaltiger Munition eine besondere Gefahr für aasfressende Greifvögel dar“, so Dr. Otto Denstorf, bei der DBU Naturerbe GmbH zuständig für Wald- und Wildmanagement. „Üblicherweise wird erlegtes Wild direkt vor Ort ausgenommen und die für den Verzehr nicht verwertbaren Teile zurückgelassen. Dieser so genannte Wildaufbruch ist besonders beliebt bei Seeadlern. Wurde mit bleihaltigen Geschossen gejagt, so löst die starke Magensäure der Vögel das Blei aus den Munitionsresten und gelangt auf diesem Wege rasch in ihren Blutkreislauf. Die Folgen sind schwere Vergiftungen, die zu Atemnot und zentralnervösen Ausfallerscheinungen bis hin zur Erblindung der Tiere führen können. Die Seeadler werden jagdunfähig und verhungern.“

Einführung bleifreier Munition ist wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer ökologisch verträglichen Jagd

Kritiker bleifreier Munition gaben bislang oft als ein Argument an, dass bleifreie Geschosse im Vergleich zu bleihaltigen ein unkontrolliertes Abprallverhalten aufwiesen und dadurch Jagdteilnehmer verstärkt gefährdet seien. „Bedeutsame Unterschiede zwischen den beiden Munitionsarten konnten jedoch nach aktuellen Untersuchungen nicht bestätigt werden“ so Denstorf. Die Jagd mit bleifreier Munition sei deswegen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer ökologisch verträglichen Jagd, wie sie auf den Flächen des DBU Naturerbes durchgeführt werde.

Jagdkonzept der DBU Naturerbe sieht verkürzte, intensive Jagdzeiten vor

Dazu gehöre auch, Störeffekte zu minimieren und den Tierschutz optimal zu berücksichtigen. Denstorf: „Das Jagdkonzept der DBU Naturerbe sieht zum Beispiel vor, nur außerhalb der Paarungs-, Brut- und Rastzeiten in der Zeit von September bis Januar, dafür aber zeitweilig intensiver zu jagen. Mittelfristig solle auf diese Weise das Wild weniger scheu und wieder tagaktiv werden, um Beobachtungen durch Naturliebhaber zu begünstigen.

Informationen zur DBU Naturerbe GmbH unter www.dbu.de/naturerbe

46.000 Hektar Nationales Naturerbe übernimmt die DBU Naturerbe GmbH seit April 2009 sukzessive vom Bund. Den entsprechenden Rahmenvertrag schloss sie im Mai 2008 mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ab. Auf den insgesamt 33 Flächen in neun Bundesländern sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, naturnahe Wälder ohne menschlichen Eingriff zu neuer Wildnis entwickelt, artenarme Forste in naturnahe Wälder überführt und Feuchtbiotope ökologisch aufgewertet und erhalten werden. Weitere Informationen zum DBU Naturerbe finden sich unter www.dbu.de/naturerbe.

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