20.05.2010 | Im „Küstenschuppenwurm“ den Naturraum Elbe interaktiv begreifen

DBU unterstützt neue Umweltausstellung der Stiftung Natureum Niederelbe mit 150.000 Euro | In der Projektdatenbank - AZ 28266

Natureum: Freigelände mit Haus und Gruppe © Natureum Niederelbe und Elbe-Küsten-Park
Das Natureum will das umweltpädagogische Angebot gezielt weiterentwickeln: hier soll mit Mitteln der DBU eine interaktive Umweltausstellung zum Thema „Küstenwelten und Elbmündung“ entstehen.
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Natureum Luftbild © Natureum Niederelbe und Elbe-Küsten-Park
Einmalige Lage: Das Natureum auf der Insel in der Elbmündung der Oste ermöglicht den Gästen einen Einblick in die letzten verbliebenen naturnahen Ufer und Watten.
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Balje. Im Natureum Niederelbe – in Balje zwischen Stade und Cuxhaven gelegen – soll auf einer Insel im Elbmündungsgebiet der Oste eine interaktive Umweltausstellung zum Thema „Küstenwelten und Elbmündung“ entstehen und so auch überregionales Interesse für diese weitläufige und einmalige Übergangslandschaft zwischen Fluss, Meer und Land geweckt werden. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beschloss gestern Abend in Berlin, der Stiftung Natureum Niederelbe im Kreis Stade für die Entwicklung und Umsetzung dieser modellhaften Umweltausstellung 150.000 Euro zur Verfügung zu stellen. DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde: „Mithilfe der geplanten Ausstellung kann die Bedeutung dieses Naturraumes für Norddeutschland und die Menschen an der Küste in einmaliger Weise vermittelt werden.“

„Einmalige Lage“ auf der Insel in der Elbmündung der Oste

Das Natur- und Küstenmuseum Natureum Niederelbe verbindet zusammen mit dem Elbe-Küstenpark museale Darstellungen, Umweltbildungspark und Naturerlebnis. Seine „einmalige Lage“, so Brickwedde, auf der Insel in der Elbmündung der Oste ermögliche den Gästen einen Einblick in die letzten verbliebenen naturnahen Ufer und Watten am größten deutschen und westeuropäischen Ästuar (dem Wirken der Gezeiten ausgesetzte Flussmündung). Vielfältig und anschaulich würden im Innen- und Außenbereich der Einrichtung Themen rund um Landschaften, Menschen und Tiere der Niederelbe und des Elbe-Weser-Dreiecks fächerübergreifend und familienfreundlich behandelt.

Umweltpädagogisches Angebot gezielt weiterentwickeln

Nun wolle das Natureum das umweltpädagogische Angebot gezielt weiterentwickeln. Ziel sei, den Landschafts- und Lebensraum des Elbästuars im Vergleich mit anderen Flussmündungen mit lebendigen Tieren, modellierten Landschaften und spezifischen sowie neuartigen Inszenierungen erlebnisorientiert aufzubereiten. Auf einem Rundgang soll der Besucher mit einer Küstenseeschwalbe und weiteren Wasservögeln der Unterelbe entlang der Meeresküsten zu den afrikanischen Überwinterungsgebieten dieser Vögel und durch den Ozean zurück zur Elbmündung reisen.

Bedeutung des Schiffsverkehrs und Einfluss des Klimawandels thematisiert

Zentrum dieser „Rundreise“ soll die beantragte Umweltausstellung bilden, in der der Besucher über die Veränderlichkeit dieses Lebensraums mit Blick auf Salzgehalt, Wasserstand, Strömungen sowie Ufer- und Sandriffformen informiert wird und die Anpassungen der Menschen und Tiere an diese Umweltbedingungen kennen lernen soll. Die Bedeutung des Schiffsverkehrs für die Elbe soll dabei ebenso wie der Einfluss des Klimawandels auf die Zukunft der Flussmündung thematisiert werden. Für diesen Kernbereich der Erlebnisausstellung soll eine Fläche von 250 Quadratmetern eingeplant werden. Vorrangige Zielgruppen sind dabei Familien mit Kindern, Kindergärten sowie Schulen bis zur Sekundarstufe I.

Ausstellungsfläche von 1.100 Quadratmetern

Die geplante Umweltausstellung soll in einem neuen, als „Küstenschuppenwurm“ gestalteten Ausstellungsgebäude mit einer Ausstellungsfläche von 1.100 Quadratmetern installiert werden. Der Ausstellungsraum soll als Elbmündungsszene gestaltet werden und Themenschwerpunkte wie die natürliche Dynamik der Elbmündung, die Gefahren für herausragende Tierarten und den Menschen, die Einbeziehung der Elbmündung in den materiellen Austausch mit der Welt durch den wirtschaftenden Menschen sowie Aspekte des Klimawandels behandeln.

Interaktive Spiel- und Erlebnisstationen

Um insbesondere Kinder, Jugendliche und Schulklassen für die Thematik zu gewinnen, sollen die Themen didaktisch aufbereitet und anhand von interaktiven Spiel- und Erlebnisstationen vermittelt werden. Dabei sollen interdisziplinäres und ökosystemisches Denken und Wissen im Vordergrund stehen. An verschiedenen interaktiven Stationen soll die Ausstellung eine Verbindung zum eigenen Lebensalltag der Besucher herstellen. Hierbei soll in besonderer Weise ein Bezug zur Bildung für nachhaltige Entwicklung hergestellt werden. Gleichzeitig soll eine Einbindung der Ausstellung in das bestehende Umweltbildungsprogramm der Einrichtung erfolgen.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 28266): Dr. Reinhard Kölmel, Telefon 04753/842114, Fax 04753/8193.