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Ölquelle Holz - Das Flash-Pyrolyse-Verfahren

Eine flächendeckende, dezentrale Energieversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen - die zudem noch wirtschaftlich ist: Das ist der Traum von Stefan Schöll. Der Geschäftsführer der PYTEC GmbH aus Lüneburg setzt dabei auf Pyrolyse-Öl.
Pyrolyse-Öl
Pyrolyse-Öl – ein wertvoller Energieträger für die Strom- und Wärmeproduktion

Dieses „Bio-Öl“ ist rotbraun, riecht nach Rauch und erinnert von der Konsistenz her an Sirup. Hergestellt wird es mittels Flash-Pyrolyse – einer Technik, bei der Biomasse wie Holz oder Stroh unter Sauerstoffabschluss hoch erhitzt und anschließend flüssig wird.

Bio-Öl als Brennstoff

Die Pyrolyse ist eigentlich ein alter Hut. Wenn der Prozess, wie beim Holzmeiler, langsam läuft, liefert er je zu rund zwei Drittel Holzkohle, der Rest sind Gas und Teer. Erfolgt die Zersetzung blitzartig, wie in der PYTEC-Anlage an einer 600 Grad heißen Scheibe, verdampft das Holz rasant. Die anschließende Kondensation des Dampfes bringt mit etwa 75 Prozent eine hohe Ausbeute an Pyrolyse-Öl – ein wertvoller Energieträger für die Strom- und Wärmeproduktion. Als Nebenprodukte entstehen Gas und Kohle, mit denen Prozesswärme erzeugt werden kann. In einem Labor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg-Bergedorf lässt Schöll verschiedene Biomassen auf Ihre Pyrolyse-Eignung testen. „Wir entwickeln die Technologie ständig weiter – die Hochschule und die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft unterstützen uns dabei“, sagt Schöll.

DBU erster Förderer
Stefan Schöll
Eine dezentrale Energieversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen – der Traum von Stefan Schöll, PYTEC-Geschäftsführer

Die DBU hat als erster Förderer die Potenziale der Flash-Pyrolyse für eine dezentrale Energieversorgung erkannt. „Die DBU ist mit unserem Projekt ins Risiko gegangen“, sagt Stefan Schöll. „Mit der Pilotanlage konnten wir zeigen: Es macht Sinn, die Technik funktioniert.“ Inzwischen steht die weltweit erste Flash-Pyrolyse-Anlage im industriellen Maßstab in der Nähe von Cuxhaven. „Aus sechs Tonnen Holzhackschnitzel gewinnen wir vier Tonnen Pyrolyseöl“ berichtet Schöll. Nachgeschaltet ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das das Öl in Strom und Wärme für ein Sägewerk umwandelt. Das lohnt sich: Die Verstromung des Öls in einem BHKW hat einen höheren Wirkungsgrad als die Verbrennung von festen Holzhackschnitzeln.

Das nächstes Ziel des gebürtigen Schwaben Stefan Schöll: Die Standzeiten der Bauteile weiter verlängern und den Durchsatz verschiedener Biomassen erproben, damit die Technologie für weitere landwirtschaftliche Produkte zum Einsatz kommen kann. Und die Chancen stehen gut. Biomasse fällt dezentral an und sollte vor Ort verarbeitet werden: „Es macht einen Unterschied, ob Sie 15 Tonnen frische Holzschnitzel durch das Land fahren oder vier Tonnen Pyrolyseöl“ so der rührige Unternehmer Schöll.

„Die Förderung durch die DBU war die Initialzündung für uns. Erst mit DBU-Unterstützung konnte PYTEC die weltweit erste Flash-Pyrolyse-Anlage dieser Art entwickeln. Ohne die DBU hätten wir auch die weiteren Fördermittel von Bund und Land nicht bekommen.“ Stefan Schöll

Projektthema
Wirtschaftliche Realisierung der Flashpyrolyse von Altholz mit anschließender energetischer Verwertung in einem BHKW

Projektdurchführung
PYTEC Thermochemische Anlagen GmbH
Bahnhofstrasse 7
21337 Hamburg
Tel.: 040-734 30-808
Fax: 040-734 30-809
mail@pytec.de
www.pytec.de

Geschäftsführer
Stefan Schöll


AZ 20908

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