11.05.2007 | Energie-Check fürs Haus schafft Überblick

DBU bietet mit ihrer neuen Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ kostenlose Beratung

Osnabrück. In welchem Zustand sein Haus in Osnabrück ist – das interessiert Peter Kiesewetter: Der Studienleiter der Volkhochschule Osnabrück ist ein begeisterter Energiesparer. Im vergangenen Jahr ließ sich der Hausbesitzer schon eine Solaranlage installieren. „Doch es gibt noch viel zu tun“, meinte Kiesewetter. „Ich lasse mich gerne anschieben, wenn es darum geht, etwas für die Umwelt zu tun“, erläuterte der Eigentümer. Wie wichtig es ist, sein Haus energetisch zu sanieren – das will die Deutsche Bundesstiftung (DBU) mit ihrer neuen Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ zeigen. Schließlich sparen modernisierte Gebäude Energie und schonen das Klima. Herzstück der Initiative in Zusammenarbeit mit dem Handwerk ist ein kostenloser Energie-Check. Und für diesen ersten Überblick kam am Freitag Heizungs- und Sanitärmeister Ralf Oeverhaus zu Kiesewetter: Gerade das Dach und die Außenwände sind bei dem 1928 gebauten Haus sanierungsbedürftig.

Von dunkelrot bis dunkelgrün: Die kostenlose Beratung zeigt den Zustand des Hauses

Für den „Energie-Check“ benötigte Oeverhaus nicht viel Information: Das Baujahr, den Energieverbrauch der vergangenen Jahre, die damalige Bauweise, die Fenster und die Heizungs- und Warmwasseranlage schaute er sich mit Hilfe des Fragebogens an. „Wir gehen davon aus, dass ein Haus aus dem Jahr 1928 in einem bestimmten Standard gebaut wurde. Interessant für die Bewertung des jetzigen Zustandes ist es, ob die Eigentümer nachträglich noch zusätzlich gedämmt, Fenster oder die Heizung modernisiert haben“, erläutere Oeverhaus. Entsprechend fiel das Ergebnis aus: Dunkelrote Felder im Formblatt signalisieren, dass im entsprechenden Bereich viel Energie gespart und wirtschaftlich rentabel saniert werden kann. Dunkelgrüne Felder erreichen Gebäude, die Passivhausstandard erreichen. Das Besondere am „Energie-Check“ ist, dass eine grobe Gesamtanalyse des gesamten Hauses erstellt wird. Um nicht nur für sein eigenes Gewerk, sondern auch zum Dach oder zu den Fenstern etwas sagen zu können, besuchte Oeverhaus eine Handwerkerschulung bei der DBU. „Mit dem Check können wir einen ersten Anstoß geben und mit der DBU-Broschüre weitere Schritte aufzeigen“, betonte Oeverhaus.

Energie-Check-Serie 25000 Haus Kiesewetter
Die linke Doppelhaushälfte gehört Peter Kiesewetter und wurde 1928 gebaut. Der Hausbesitzer möchte es energetisch sanieren.
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Private Haushalte verbrauchen in Deutschland mehr Energie als Industrie

„Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir verstärkt Gebäude im Bestand fit für die Zukunft machen“, sagte DBU-Projektleiter Martin Fellbaum im Vorfeld des Energie-Checks. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen. Die Kosten dafür würden stetig steigen. „Privathäuser nutzen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande“, weiß Fellbaum. Mit zusätzlichen Dämmungen, neuen Fenstern oder einer modernen Heizungsanlage ließe sich das ändern: „Ältere Häuser könnten nach der Sanierung bis zu 90 Prozent Energie sparen“, so Fellbaum. Das würde nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel der Eigentümer zugutekommen. „Um den Wert der Immobilie langfristig zu steigern und sie so enkeltauglich zu machen, lohnt sich der Aufwand“, meinte Fellbaum.

Thermopanescheiben sind "Schnee von gestern" - Wärmeschutzverglasungen sparen mehr Energie


An Kiesewetters Haus sind das Dach, die oberste Geschossdecke und die Außenwände bislang nicht zusätzlich gedämmt worden. Auch die Fenster mit ihrer Isolierverglasung, auch Thermopanescheiben genannt, sind „Schnee von gestern“, wie Oeverhaus wusste: Inzwischen gibt es Wärmeschutzverglasungen, die bis zu drei mal besser Wärme im Haus halten als die alten Fenster. „Trotzdem glauben viele Hausbesitzer, ihre Gläser seien doch noch gut“, erläuterte Oeverhaus. Die Kellerdecke hat Kiesewetter selbst schon angefangen, nachträglich mit vier Zentimeter Dämmstoff zu isolieren. Auch die Heizungsanlage hat Neubaustandard: Die Brennwerttherme mit der Solaranlage hilft schon jetzt, Energie in den drei Wohneinheiten zu sparen: „Ich hatte vorher einen Energieverbrauch von etwa 60.000 Kilowattstunden im Jahr. Heute liege ich bei etwa 30.000“, betonte Kiesewetter nicht ohne Stolz. Dass er mit einer Außendämmung die Leistung seiner Anlage weiter verbessern könnte, ist dem Hausbesitzer klar. Um konkreter planen zu können, will Kiesewetter jetzt ein detailliertes Energiegutachten mit Maßnahmenpaketen und Kostenschätzungen anfertigen lassen. Auch das ist im Sinne der DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“: Schritt für Schritt zum sanierten Haus – da gehört eine gute Planung dazu. Beteiligte Handwerksfirmen für einen kostenlosen "Energie-Check" finden interessierte Hausbesitzer im Internet unter www.sanieren-profitieren.de.