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14.10.2004 |
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Vita Hannelore Schmidt

Loki Schmidt Portrait
Mit Freude und Engagement für den Naturschutz: Hannelore (Loki) Schmidt.
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Hannelore (Loki) Schmidt wurde am 3. März 1919 in Hamburg geboren. Sie arbeitete fast 30 Jahre als Volks- und Realschullehrerin. Seit 62 Jahren ist sie mit Helmut Schmidt verheiratet, sie hat eine Tochter. Nachdem sie zunächst den Familienunterhalt bestritt und damit ihrem Mann das Studium ermöglichte, gab sie später ihren Beruf auf, um ihren Mann in seiner politischen Arbeit zu unterstützen. Als Kanzlergattin rief sie 1976 in Bonn das Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen ins Leben, das 1979 überging in die Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen. Diese fusionierte später mit der Mitte der achtziger Jahre gegründeten Hamburger Landesstiftung Stiftung Naturschutz Hamburg zur "Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen" (Kurzbezeichnung: Stiftung Natur und Pflanzen) als Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hamburg, die bundesweit Naturschutzprojekte betreibt.

Stiftungszweck ist die Förderung von Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur- und Landschaft möglichst durch Kauf oder Anpachtung von Grundstücken zum Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege, die Förderung der Interessen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in der Öffentlichkeit, u. a. durch die Vorstellung der Blume des Jahres (jährlich seit 1980) und die Verleihung der Loki-Schmidt-Silberpflanze sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Bis zum heutigen Tage ist Loki Schmidt im Vorstand der Stiftung tätig.

Während der Kanzlerschaft ihres Mannes (1974-1982) begleitete sie auf eigene Kosten verschiedene Forschungsreisen von Wissenschaftlern, zumeist der Max-Planck-Gesellschaft, beispielsweise zum Nakuru-See nach Kenia, auf die Galapagos-Inseln, nach Ecuador, Malaysia, Nordborneo oder Brasilien. Auch nach dieser Zeit bis in die 90er Jahre hinein unternahm sie umfangreiche Auslandsreisen zum Studium der Pflanzenwelt und der Natur allgemein. 1985 entdeckte sie bei einer Reise nach Mexiko eine noch nicht beschriebene Bromelie, die dann von den Bromelienfachleuten Prof. Dr. Werner Rauh und Prof. Dr. Wilhelm Barthlott den Namen Pitcairnia loki-schmidtiae bekam. In Anerkennung ihres internationalen Engagements zum Schutz der Pflanzenwelt wurden verschiedene Pflanzenarten nach ihr benannt: die Puya loki-schmidtiae sowie die Springkrautart Impatiens loki-schmidtiae aus Madagaskar.

Seit den siebziger Jahren setzt sie sich für die Botanischen Gärten ein als wichtige Institutionen zur Erforschung und Erhaltung biologischer Vielfalt und als Standorte zur Kommunikation der ethischen Verantwortung des Menschen für den Erhalt des Naturerbes. Von ihren Reisen brachte sie wertvolle und neue Pflanzenarten in europäische Sammlungen ein. Seit Beginn der achtziger Jahre startete sie eine Initiative, Samen von Wildpflanzen zu sammeln und in einer Genbank zu hinterlegen.

Im Rahmen ihres Engagements für die Botanischen Gärten initiierte sie im Jahr 1986 den internationalen Gärtnertausch, der zunächst von der Stiftung Natur und Pflanzen betreut und seit kurzem durch eine eigene Stiftung finanziert wird (Stiftung Internationaler Gärtnertausch). Hierin sind gegenwärtig die Botanischen Gärten in Hamburg, Jerusalem (Israel), Sankt Petersburg (Russland), Mérida (Venezuela), Göteborg (Schweden) und Mexico City miteinander verbunden, zwischen denen bisher weit über 50 gegenseitige Arbeitsaufenthalte von Gärtnern durchgeführt wurden. In Anerkennung dieses Engagements verlieh die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg Loki Schmidt 1997 die Ehrendoktorwürde für ihre Förderung der Botanik und der Bildung.

Ebenfalls 1997 veröffentlichte sie in einem viel gelobten Bildband die erste vollständige Übersicht der teilweise weltweit bedeutenden Sammlungen der Botanischen Gärten Deutschlands.

In Anerkennung ihres Engagements wurde sie vielfach ausgezeichnet:

1982 Verleihung der Alexander-von-Humboldt-Medaille durch die Stiftung F.V.S. zu Hamburg

1989 Rheinlandtaler vom Landschaftsverband Rheinland

1990 Ehrensenatorin der Universität Hamburg, Hamburger Preis für Jagdpolitik

1994 Verleihung der Alfred-Töpfer-Medaille durch den Senat der Hansestadt Hamburg

1995 Verleihung der Medaille der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn

1997 Bruno H. Schubert-Preis, Verleihung der Ehrendoktorwürde der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg

1998 Ernennung zum Technischen Leiter ehrenhalber der Technischen Leiter der Botanischen Gärten in Deutschland

1999 Verleihung der Ehrenprofessur durch den Hamburger Bürgermeister, Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Verbandes Deutscher Botanischer Gärten

2000 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg, Fachbereich Biologie, Verleihung der Ernst von Siemens Medaille durch die Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München

2002 Verleihung der Simon Schwendner Medaille durch die Deutsche Botanische Gesellschaft

2003 Benennung der Genbank für Wildpflanzen, Botanischer Garten der Universität Osnabrück, in "Loki Schmidt-Genbank für Wildpflanzen".

Buch-Publikationen:

- "Schützt die Natur" (1979), Herder Verlag

- "Die Botanischen Gärten in Deutschland" (1997), Verlag Hoffmann und Campe

- "Die Blumen des Jahres" (2003), Verlag Hoffmann und Campe

- "Loki - Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem Leben" (2003), Verlag Hoffmann und Campe

Wissenschaftliche Veröffentlichungen:

- Reyer, H.-U., Migongo-Buke, W. & Schmidt, L. (1988): Field Studies and Experiments an Distribution and Foraging of Pied and Malachite Kingfishers at Lake Nakuru (Kenya) - Journal of Animal Ecology, 57: 595-610.

- Barthlott, W., Porembski, S., Kluge, M., Hopke, J. & Schmidt, L. (1997): Selenicereus wittii (Cactaceae): an epiphyte adapted to Amazonian Igapó inundation forests.- Pl. Syst. Evol., 206: 175-185.

- Parolin, P., Adis, J., da Silva, M.F., do Amaral, I.L., Schmidt, L. & Piedade, M.T.F. (2003): Floristic composition of a floodplain forest in the Anavilhanas archipelago, Brazilian Amazonia - Amazoniana, XVII (3/4): 399-411.

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