08.11.2002 | 1,57 Millionen Euro für den Erhalt eines der größten Fachwerkhäuser Europas

DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde übergab Bewilligungsschreiben an Vertreter der Franckeschen Stiftungen in Halle

Langes Haus, Franckesche Stiftungen, neu
Der 2002 sanierte Teil des Langen Hauses der Franckeschen Stiftungen in Halle. Foto: Werner Ziegler, Halle
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Langes Haus, Franckesche Stiftungen, alt
Langes Haus entfacht, während der Sanierung. Foto: Werner Ziegler, Halle
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Halle / Osnabrück. Innovative und zugleich bauwerkschonende Maßnahmen haben in den vergangenen Jahren geholfen, das "Lange Haus" der Franckeschen Stiftungen in Halle für die Nachwelt zu erhalten. Die Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, für eines der größten Fachwerkhäuser Europas findet jetzt ihren abschließenden Höhepunkt. Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, DBU-Generalsekretär, überreichte jetzt Prof. Dr. Paul Raabe, Vorsitzender des Kuratoriums der Franckeschen Stiftungen und Ehrenbürger der Stadt Halle, Prof. Helmut Obst, Direktor sowie Dr. Udo Hachmann, Verwaltungsdirektor, die Bewilligung über 1,57 Millionen Euro in Anwesenheit von Prof. Jan-Henrik Olbertz, Kultusminister von Sachsen-Anhalt. Die Gesamtfördersumme der DBU für die Franckeschen Stiftungen liegt damit bei 6,67 Millionen Euro seit 1995.

Massiven Umweltbelastungen ausgesetzt

Über Jahrzehnte hinweg sei das europäisch bedeutsame Gebäude massiven Umweltbelastungen ausgesetzt gewesen, erinnerte Brickwedde. Die 1698 als Waisenhaus gegründete Stiftung sei durch die Emissionen der nahegelegenen Hochstraße ebenso geschädigt worden wie durch den zu DDR-Zeiten üblichen braunkohlebefeuerten Hausbrand und die Hochindustrie im Umkreis. Abwässer aus defekten Mischwasserkanälen hätten die Gebäudesubstanz von unten angefressen. Auf umweltverträgliche, modellhafte Weise hätten die Franckeschen Stiftungen in Zusammenarbeit mit Handwerk und Wissenschaft Konzepte zur Rettung und dem zukünftigen Erhalt des Baudenkmals entwickelt. So habe man bei der Sanierung darauf geachtet, natürliche Materialien zu verwenden. Als Dämmmaterial seien Schilfrohrmatten eingesetzt worden, die Anforderungen an Wärme-, Feuchte- und Schallschutz gleichermaßen erfüllten und damit den Heizenergieverbrauch senkten, ohne die einzigartige Fachwerkfassade zu verändern.

Modell für umweltverträgliche Sanierung

"Eine Fertigstellung des Gesamtgebäudes bedeutet nicht nur einen enormen Schritt für die weitere Arbeit der Franckeschen Stiftungen, sondern auch ein Modell für die umweltverträgliche Sanierung eines der größten denkmalgeschützten Fachwerkhäuser überhaupt", betonte Brickwedde vor Journalisten. Im Anschluss an das Pressegespräch luden die Franckeschen Stiftungen zur feierlichen Eröffnung des Historischen Speisesaals und seiner Übergabe an das Studentenwerk Halle ein.