Startseite
Projekte aus DB anzeigen Mailen Drucken
Photovoltaik-Demonstrationsanlage Ev.-Luth. Kirchengemeinde Riethnordhausen
Projektkennblatt | Dateigröße: 0.1 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
Anschrift:

Projektträger:

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Riethnordhausen
Brauhausgasse 123
99195 Riethnordhausen
[+] weitere Projekte aus der Umgebung

Telefon:

-

Internet:

-

Bundesland:

Thüringen

 

Das Projekt (Aktenzeichen: 15504/05 )

Gebäudecharakteristik und Konzeption der Anlagentechnik

Eines der Ziele war, mit dem Bau die Umwelt möglichst wenig zu beeinträchtigen. Es sollte aus denkmalpflegerischen und ästhetischen Gesichtspunkten vermieden werden, dass sich die Module der Photovoltaikanlage farblich von der auf dem Turm befindlichen Schieferdachdeckung unterscheiden.
Die Photovoltaikanlage wurde auf der Südseite des Daches und am Ostgiebel ausgeführt. Um auf der Nordseite des Daches die gleiche optische Wirkung zu erzielen, wurde neben Verwendung identischer Glaselemente auch das gleiche Befestigungssystem benutzt. Die eigens gefertigten Module bestehen aus fein genopptem Glas, auf der Rückseite sind die monokristallinen Zellen auflaminiert. Die Ableitun-gen der Zellen sind schwarz abgeklebt. Die Glastafeln sind zudem mit anthrazitfarbener Tetlarfolie hin-terklebt. So entstand eine matt glänzende Fläche, die sich dem Schiefer des Turmes sehr gut anpasst.
Absichtlich wurde darauf verzichtet, die Photovoltaikanlage gleichzeitig wasserführend auszubilden. So können defekte Module ausgetauscht werden, ohne die Funktion des Daches zu beeinträchtigen.
Das Dach ist mehrschichtig ausgebildet: Auf die Stahlkonstruktion sind Baufurnierplatten geschraubt, hierauf befinden sich Dampfsperre und Mineralfaserdämmung mit Hinterlüftung. Die "Wetterhaut" bildet eine Zinkblech-Leistendeckung. Deren Leisten dienen als Unterlage für die Halterungskonstruktion der Photovoltaikmodule - bzw. der Dummies auf der Nord- und Westseite des Daches. Die rahmenlosen Module wurden mit je 4 Halterungen auf der Unterkonstruktion verankert. Die Fugen zwischen den Modulen wurden sehr klein gehalten (max. 1,5 cm), um ein geschlossenes Erscheinungsbild der Dachfläche zu erzielen. Die Photovoltaikanlage ist auf eine maximale Leistung von 25 kW ausgelegt. Sie erzeugt jährlich etwa 20.000 kWh Strom, der in das Netz eingespeist wird.


Geplante Maßnahmen zur Verbreitung

Seit der Einweihung der neuen Kirche finden regelmäßig Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen zur Photovoltaikanlage statt, zum Beispiel mit Schulklassen, Christenlehregruppen, Besuchern aus Nachbarorten usw. Die Führungen werden von Pfarrer Polney, Lehrern und einem Referent des Nabu Niedersachsen geleitet. Es ist geplant diese Veranstaltungen in Zukunft fortzuführen.


Erfahrungen bzgl. der Finanzierung des Eigenanteils

Der Eigenanteil konnte durch die Versicherungssumme der abgebrannten Kirche und durch Gelder der Kirchgemeinde gedeckt werden.


Erfahrung bei der Realisierung und dem Betrieb der Anlage

Die Planung der Photovoltaikanlage war zunächst Neuland für uns als Architekten, aber auch für das beteiligte Ingenieurbüro. Der gestalterische Anspruch, den wir vertraten, war zudem eine nicht leicht anzunehmende Herausforderung für die Ingenieure. Die Aufgabe wurde letztlich gelöst.
Bei der Umsetzung zeigte sich dann, dass es eine auf die Bedürfnisse denkmalgeschützter Umgebung abgestimmte Technik praktisch nicht gibt. Erfahrungsberichte der ausführenden Firma belegten, dass bis dahin vor allem mit dem Instrument der Umstimmung von Denkmalpflegern, nicht aber mit dem Versuch, Lösungen zu finden, gearbeitet wurde.
Bei dem Betrieb der Photovoltaikanlage gab es zwei kleinere Störungen.
Zum einen durch sehr kalte Temperaturen im Winter, wodurch eine Störung angezeigt wurde (Hup-Signal). Zum anderen war ein Strang des Ostgiebels nicht an die Anlage angeschlossen. Der Anschlussfehler konnte erst im März 2002 festgestellt werden, als die Ertrags- und Strahlungsdaten aus dem Datenlogger über einen Computer ausgelesen wurden. Daraufhin hat die Fa. FEG mbH aus Sömmerda den Mangel behoben. Die Anlage funktioniert seitdem fehlerfrei und die Solarenergie kann zu 100 Prozent genutzt werden.
Der Gesamtertrag der Einspeiseleistung seit Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage beträgt zur Zeit ca. 32.600 kWh.


Erfahrungen bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Verbreitung

Maßnahmen zur Verbreitung finden regelmäßig seit der Einweihung der Anlage statt. Die Laufzeitdauer von 15 Monaten wird vom Bewilligungsempfänger als zu kurz eingeschätzt, um in diesem Zeitraum 25.000 DM für Maßnahmen zur Verbreitung aufzuwenden. Es musste festgestellt werden, dass Interessierte aus dem Umkreis erst allmählich aufmerksam geworden sind, möglicherweise durch die Lage der Kirche in dieser ländlichen Gegend. Bis heute, vermutlich auch zukünftig, gibt es Anfragen nach Führungen, Veranstaltungen und Ausstellungen. So findet z.B. am 28./29. Juni die jährliche Veranstaltung der Thüringer Architektenkammer apropos architektouren statt.
Ein Ziel dieser Förderung, über Solartechnik zu informieren und andere zum Nachahmen zu bewegen, konnte bereits durch die Vielzahl an Veranstaltungen und Führungen in der neuen Kirche realisiert werden. Bewohner aus dem Ort und Umgebung z. B. haben sich über Photovoltaikanlagen informiert und teilweise (wo sinnvoll) Anlagen im kleineren Rahmen angeschafft.


Fazit

Die Photovoltaikanlage der Kirche in Riethnordhausen erbringt den Beweis, dass die Förderung dieser Anlage als Pilot- und Demonstrationsobjekt auf jeden Fall sinnvoll war. Sie kann einen Großteil des Strombedarfs der Kirche abdecken und bei einem Überangebot Energie in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Voraussichtlich hat sich die Anlage in ca. 10 Jahren amortisiert.
Förderung:

Förderzeitraum:

15.08.2001 - 15.08.2002 (1 Jahr)

Fördersumme:

35.790,43

Förderbereich:

I.2.2

Themengebiet:

Umwelttechnik

Stichworte: Energie, Demonstration, ZUK gGmbH, erneuerbare Energien, Fotovoltaik, Kirche, Sonne



 

Nach Oben | Kontakt | Wegbeschreibung | Impressum