Auf den militärischen, großräumigen Liegenschaften unseres ansonsten dicht besiedelten Landes konnten sich in den vergangenen Jahrzehnten bedeutende Lebensräume erhalten bzw. entwickeln.
Um diese auch nach einer Nutzungsaufgabe dauerhaft zu sichern, übergibt die Bundesregierung bis zu 125.000 Hektar wertvolle Naturgebiete, die sonst veräußert worden wären, als „Nationales Naturerbe“ an die Länder, die DBU Naturerbe GmbH und Verbände. Mit einer ersten Auswahl von 100.000 Hektar werden rund 75.000 Hektar ehemalige Militärflächen, 21.000 Hektar kleinflächige Naturgebiete und rund 4.000 Hektar Bergbaufolgeflächen bewahrt. Weitere 25.000 Hektar werden folgen.
Die Übergabe der Naturerbeflächen ist mit Auflagen, wie der dauerhaften Sicherung der Naturschutzqualität, der Übernahme der Lasten bzw. Risiken aufgrund der Vornutzung sowie den Kosten für das vor Ort tätige Personal, verbunden.
Die Länder planen, 19.000 bis 35.000 Hektar in Großschutzgebieten, Naturschutzgroßprojekten und dem ehemaligen Grenzstreifen „Grünes Band“ zu übernehmen. Die DBU Naturerbe GmbH wird mit 33 meist großräumigen, ehemaligen Militärflächen rund 46.000 Hektar, also etwa die Hälfte der ersten Flächenauswahl, sichern. Bis zu 20.000 Hektar kleinflächige Naturgebiete werden die Naturschutzverbände übernehmen.
Um die Vielfalt an Lebensräumen, Strukturen und Arten auf den Naturerbeflächen zu bewahren, entwickelte die DBU Naturerbe GmbH gemeinsam mit Vertretern des Bundesamtes für Naturschutz und der Länder anspruchsvolle Naturschutzziele, die in Form von 33 flächenspezifischen Leitbildern festgelegt wurden.
Diese Leitbilder sind Teil eines Vertrages mit der Bundesregierung, der vorsieht, die Flächen in den nächsten Jahren nach und nach zu übertragen. Seit April 2009 widmen sich die bislang vor Ort tätigen Mitarbeiter des Bundesforsts im Auftrag der DBU Naturerbe GmbH diesen neuen Aufgaben des Naturschutzes.


