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15.05.2012
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Guter Rat Mangelware: Stiftung Warentest und DBU-Kampagne prüfen Energie-Berater

„Casting“ für Hausbesitzer: vor der Beratung den Energie-Check – „Gute Karten“ für „Haus sanieren-profitieren“-Partner
Beratung Energie-Check Dach
Guter Rat muss nicht teuer sein: Vor der kostenpflichtigen Energieberatung können ratsuchende Hausbesitzer einen kostenfreien Energie-Check der DBU-Kampagne durchführen lassen.

Osnabrück. Hilft eine Energieberatung bei der Haussanierung wirklich? Neun Energieberater wurden in einer aktuellen Erhebung von Stiftung Warentest, unterstützt durch die Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), ins Visier genommen. Ergebnis: guter Rat ist teuer, die Ergebnisse sind oft billig - und Auftraggeber bleiben ratlos zurück. „Nur mit gesicherter Qualität kann aber das Vertrauen der Hausbesitzer gewonnen werden“, sagt Dr. - Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. „Gute Karten“ haben aber informationswillige Hausbesitzer, die sich vor einer kostenpflichtigen Energieberatung für einen kostenlosen Energie-Check der DBU-Kampagne entschieden. „Ohne direkt Geld in die Hand zu nehmen, sind schon wichtige Fragen beantwortet. Darauf lässt sich gut eine fundierte Energieberatung aufbauen.“

Skrypietz: Unzureichender Bericht kann Finanzierungsfolgen haben.

Neun Energieberater, darunter Architekten, Ingenieure und Experten aus dem Handwerk, hatten drei Testhäuser im Norden, Süden und Westen Deutschlands untersucht. Ergebnis: einige „Experten“ berieten wenig oder unzureichend, kaum aussagekräftige Wärmebildaufnahmen oder inhaltlich dünne Schlussberichte gegen ein verhältnismäßig hohes Beratungshonorar. „Ein unzureichender Bericht kann Folgen für das Gewähren zinsgünstiger Kredite oder Zuschüsse haben“, sagt Andreas Skrypietz, Projektleiter von „Haus sanieren – profitieren“. Die Kriterien, die das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (Bafa) für eine Energieberatung vorgebe, müssten nämlich eingehalten werden, damit die Beratung überhaupt mit 300 Euro bezuschusst werden könne. Seien die Werte einmal fehlerhaft berechnet, sei es auch umso schwieriger, an Kredite und Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die für eine energetische Sanierung des Hauses dort beantragt werden können, zu gelangen. Im schlimmsten Fall könnten sie sogar ganz wegfallen, weiß Skrypietz.

DBU-Kampagne hilft dabei, Durchblick bei Beratungsangeboten zu bekommen

Brickwedde: „Die Arglosigkeit vieler Hausbesitzer und auch die Unübersichtlichkeit im Beratungs- und Sanierungssektor erleichtert es den schwarzen Schafen unter den Energieberatern.“ Deshalb arbeite die DBU-Kampagne daran, den Ein- und Zweifamilienhausbesitzern bei der energetischen Sanierung ihrer Immobilien zu helfen: Ein extra geschulter Handwerker, der möglicherweise öfter im Haus ist und auch dessen Schwachstellen kenne, könne kostenlos einen ersten Check vornehmen und Energiespartipps geben. „Im Anschluss an den Energie-Check wird dem Hausbesitzer vielfach eine weiterführende Energieberatung empfohlen.“

Stiftung Warentest
Die Stiftung und die Kampagne wollten es genau wissen: Drei sanierungsbedürftige Häuser wurden mit neun Energieberatungen durchleuchtet. Das Ergebnis für die Berater fiel nicht gut aus.

Qualitätsmerkmale für Berater: Bafa-Zertifikat sowie Ort und Dauer der Ausbildung können Hinweise sein

Worauf Hausbesitzer aber achten können, um bei einer Energieberatung nicht enttäuscht zu werden, erfährt man bei der TÜV SÜD Akademie: „Energieberater sollten nach den aktuell gültigen Bafa-Richtlinien ausgebildet werden. Das könne ein Energieberater mit einem Zertifikat nachweisen“, sagt Heidi Atzler, Sprecherin des Unternehmens. Ein Immobilienbesitzer sollte nachhaken: Wo wurde die Ausbildung gemacht und wie viele Stunden hat sie umfasst? „Eine seriöse Ausbildung geht in der Regel über mindestens 200 Stunden. Einige Berufsgruppen, wie Architekten und Hochbauingenieure, können die Ausbildung auf 120 Stunden verkürzen.“

"Der Gebäude-Energieberater": umfangreichere und individuellere Beratung nötig

Ab Mitte des Jahres sollen auf der Website der Deutschen Energie Agentur (dena) alle registrierten Energieberater nach Fachgebiet aufgelistet werden. Atzler weiter: „So können Immobilienbesitzer schnell einen guten Energieberater finden. Demnächst änderten sich auch die Inhalte der dann noch umfangreicheren Ausbildung.“ Zukünftig könnten Energieberater nicht mehr nur über den Hauszustand beraten, sondern auch eine Sanierung bewerten, sagt Atzler. Dass die Funktion der Energieberater aber darüber hinausgehen könne und individuelle Beratungsberichte möglich seien sollten, zeige eine Befragung der Fachzeitschrift „Der Gebäude-Energieberater“. „Gefragt sind eher Lebensberater, die auf die persönlichen Bedingungen wie die Lebenssituation, Vorkenntnisse, Alter, Bedürfnisse, Erwartungen und das Budget der Hausbesitzer intensiv eingehen", sagt Britta Grossmann, Chefredakteurin des Magazins.

Vor der Energieberatung "Casting" mit kostenlosem Erstcheck der DBU nutzen

„Entscheidet sich ein Hauseigentümer für einen kostenlosen Energie-Check durch einen Energieberater, der auch Partner von ‚Haus sanieren – profitieren‘ ist, kann er sich sicher sein, dass er in keinem Verkaufsgespräch landet“, betont Skrypietz. Hauseigentümer, die sich auf www.sanieren-profitieren.de einen Energieberater aussuchten, hätten zudem den Vorteil, sich nicht Hals über Kopf in eine nicht zufriedenstellende Energieberatung zu stürzen, sondern den Berater erst mal auf die Probe stellen zu können. Sage einem der Experte nach dem „Casting“ zu, empfiehlt Skrypietz, einen Termin zu einer richtigen Beratung zu verabreden.

Tipps der Stiftung Warentest Energieberatung

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