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27.07.2010
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Ungeliebten Zimmergast Feuchtigkeit rasch „rausschmeißen“
Schimmel und Sommerschwüle einfach vermeiden – „Haus sanieren – profitieren“ gibt Tipps
Fenster auf
In frischen Sommerabenden kann die Nachtkühle genutzt werden, um Hitze aus den Räumen zu treiben. Die DBU-Kampagne gibt Hinweise.

Osnabrück. Oft genug können die eigenen vier Wände zu einem echten Problem werden, ohne dass der Bewohner es will: Schimmelpilze an den Wänden oder im Sommer zu hohe Zimmertemperaturen. „Das sind regelrechte Wohnprobleme, die sich durch einfaches Verhalten vermeiden lassen“, weiß Stefan Rümmele, Projektleiter der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In einer Serie gibt die DBU-Initiative Tipps, wie Schäden am Gebäude und unbehagliches Wohnen einfach vermieden werden können. So kann zu viel Feuchtigkeit den Räumen schaden, obwohl eine Raumfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent für die Atemwege wohltuend ist. Höhere Werte sind möglichst zu vermeiden.

Fenster nach dem Duschen weit öffnen - Kippstellung nicht wirkungsvoll genug

Damit die Feuchtigkeit erst gar keine Möglichkeit hat, sich im Haus auszubreiten, sollte etwa beim Baden und Duschen die Badezimmertür geschlossen sein. Etwa 1 bis 1,5 Liter Feuchtigkeit werden beim Duschen an die Luft abgegeben. „Der Wasserdampf setzt sich nicht nur in der Duschzelle fest. Steht die Tür offen, zieht er quasi unsichtbar auch in benachbarte Räume und kann sich dort festsetzen“, weiß Rümmele. Lieber sollte direkt nach dem Baden auch das Fenster für einige Minuten weit aufgelassen bleiben. Rümmele: „Nur auf Kipp stellen reicht nicht. Das kühlt lediglich die fensternahen Wände aus.“

Berater kommt ins Haus
Mit Sachverstand und nützlichen Tipps berät der Kampagnen-Handwerker Hausbesitzer von unsanierten Ein- und Zweifamilienhäusern. Mit dem kostenlosen Energie-Check werden Schwachstellen am Haus aufgezeigt.

Feuchte Wäsche nicht im Raum trocknen

Auch frisch gewaschene und noch feuchte Wäsche sollte nicht im geschlossenen Raum getrocknet werden. „Die Wäsche kann ohne Luftzirkulation schimmeln, und obendrein hängt sich die Feuchtigkeit im Raum fest.“ Geschulte Partner von „Haus sanieren – profitieren“ wissen: Tropfnasse Wäsche kann bis zu einem halben Liter, geschleuderte Wäsche bis zu 0,2 Liter Wasser pro Stunde abgeben. Auch viele Personen im Raum produzieren Feuchtigkeit über ihren Atem und Schweiß. Im Schlaf gibt der Mensch bis zu 0,05 Liter pro Stunde, bei körperlicher Arbeit bis zu 0,15 Liter pro Stunde ab. Andere Feuchtigkeitsquellen wie Aquarien sollten immer abgedeckt sein. Rümmele fasst zusammen: „Grundsätzlich sollte alles Feuchte die Möglichkeit haben, schnell die Räume durch offene Fenster zu verlassen.“ 

Kampagnenpartner erkennen Probleme und bieten Hilfe für Hausbesitzer

Weitere Infos und Handwerker, die einen kostenlosen Energie-Check im Rahmen der Kampagne durchführen, finden Interessierte unter www.sanieren-profitieren.de. Die DBU fördert die Kampagne mit fünf Millionen Euro und will bis 2011 mit der bundesweiten Initiative 50.000 zusätzliche Sanierungsmaßnahmen à 20.000 Euro anstoßen. Das würde zusätzliche Investitionen von einer Milliarde Euro für das Handwerk bedeuten. Dadurch sollen jährlich rund 135.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. „Haus sanieren – profitieren“ ist eine der größten Kampagnen in Deutschland - inzwischen organisieren mehr als 200 Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Fachverbände Seminare für ihre Betriebe. Die Partnerbetriebe können etwa nach Routinearbeiten an Ein- und Zweifamilienhäusern Gutscheine für den kostenlosen Energie-Check verteilen und ihre Kunden mithilfe des unabhängigen DBU-Infomaterials beraten.

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