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Deutscher Umweltpreis 2009 - Dr. Carsten Bührer | Stichwort: Energieeffiziente Schlüsseltechnologien

Mittelständische Innovationskraft führt eine der energieeffizientesten Schlüsseltechnologien zur weltweit ersten industriellen Anwendung. Petra Bültmann-Steffin und Dr. Carsten Bührer gelingt es in einer beispielhaften Unternehmenskooperation, das Prinzip der Hochtemperatursupraleitung erfolgreich in eine anwendungsreife, umweltfreundliche Technologie für die Metallverarbeitung zu überführen.
Petra Bültmann-Steffin
DBU-Umweltpreisträgerin 2009: Petra Bültmann-Steffin.
Dr. Carsten Bührer
DBU-Umweltpreisträger 2009: Dr. Carsten Bührer.

Petra Bültmann-Steffin

Die 1970 geborene Petra Bültmann-Steffin studierte Betriebswirtschaftslehre
an der Fachhochschule Münster. Als Dipl.-Betriebswirtin sammelte sie nach ihrem Studium Erfahrung im Bankenwesen sowie im Controlling des elterlichen
Betriebes, der Bültmann GmbH. 1997 übernahm sie zusammen mit ihrem Bruder die Geschäftsleitung. Sie ist stellvertretende Sprecherin im NEMAS Lenkungskreis (Netzwerk Maschinenbau Südwestfalen).
www.bueltmann.com

Dr. Carsten Bührer

Dr. Carsten Bührer promovierte 1999 an der Universität Bonn im Fachgebiet Physik und arbeitete als Physiker in mehreren europäischen Spitzenforschungs-Instituten. 1999 gründete Bührer zusamme  mit seinem Studienkollegen Dr. Jens Müller die Trithor GmbH. Seit 2005 firmiert Trithor unter dem Namen Zenergy Power GmbH unter dem Dach der Holding Gesellschaft Zenergy Power plc. Neben seiner geschäftsführenden Tätigkeit in der GmbH ist er seit 2006 Chief Technical Officer bei Zenergy Power plc.

Bührer ist Vizepräsident im Industrieverband Supraleitung (ivSupra).
www.zenergypower.com

»Das Tor zum industriellen Einsatz ist offen.«

Bekannt ist, dass das Leiten von elektrischem Strom mit Widerstand und daher Verlusten verbunden ist. Nahe dem absoluten Nullpunkt (bei - 273 °C) verändern sich jedoch
die Eigenschaften einiger Materialien: Sie werden supraleitend, d. h. sie leiten Strom verlustfrei.

Vom Supraleiter zum HTS Hochtemperatursupraleiter
(HTS) sind eine Klasse von speziellen keramischen Supraleitern (Kuprate), die bei wesentlich höheren Temperaturen als herkömmliche Leiter (- 140 °C statt - 270 °C) in den supraleitenden Zustand übergehen. Der HTS-Einsatz in Industrieanlagen ermöglicht verbesserte Wirkungsgrade, ein geringeres Gewicht und Volumen sowie eine wesentlich kostengünstigere Kühlung und dadurch Energieeinsparungen. HTS zählt damit zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.

Industrielle Produktinnovation geschaffen
Die Entwicklung eines innovativen, hocheffizienten und industriell einsetzbaren Induktionsheizers auf Basis der HTS-Technologie war das Ziel einer von der DBU 2005 geförderten Kooperation der Unternehmen Bültmann GmbH und Zenergy Power GmbH. Induktionsheizer erwärmen Metallblöcke zu Zwecken der Umformung und Weiterverarbeitung. Durch den Einsatz neuer HTS-Induktionsheizer werden Wirkungsgrade von mehr als 80 Prozent, eine verbesserte Energieeffizienz und Qualität der Materialvorerwärmung erzielt. Der Effizienzsprung dieser Technologie wird mit Blick auf den weltweiten Stromverbrauch deutlich: Rund drei Prozent entfallen auf diese Form der Metallverarbeitung. Eine Anlage allein spart jährlich im Zweischichtbetrieb etwa 2,45 Millionen kWh Strom. Dies entspricht einer Verminderung der CO2-Emissionen um rund 1.500 t. Die erste Anlage dieser Art nahm das Unternehmen weseralu GmbH & Co. KG in Betrieb – weitere folgen im In- und Ausland.

Entwicklungen vorantreiben
Von der nobelpreisträchtigen Grundlagenforschung in Deutschland zur ersten wettbewerbsfähigen großtechnischen Anlage – ein großer Schritt. 1987 erhielten Prof. Müller und Dr. Bednorz für die Entdeckung der HTS den Nobelpreis für Physik. 2008 wurden die Unternehmen Bültmann GmbH und Zenergy Power GmbH für die weltweit erste industrielle Anwendung der HTS-Technologie mit dem international höchstdotierten Technologiepreis, dem Hermes Award, ausgezeichnet.

Unternehmen kooperieren: zeitnah, gezielt und mutig
Die 37 Jahre Erfahrung der Bültmann GmbH im Spezialmaschinenbau nutzten Geschäftsführerin Bültmann- Steffin und ihre Mitarbeiter für technische Neuentwicklungen auf einem globalisierten Markt. Unternehmensgründer Bührer brachte das Spezialwissen der Supraleitertechnologie und des Magnetbaus der Zenergy Power GmbH in die Kooperation ein. Aus der anfänglich reinen Lieferbeziehung entwickelte sich seit 2001 eine intensive technische und vertriebliche Kooperation, die modellhaft einen idealen mittelständischen Kooperationsverbund darstellt: traditionsreicher Anlagenbau gepaart mit innovativer Technologieentwicklung und internationaler Vernetzung – ein Erfolgsmodell auch für andere Branchen.

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