Das Projekt „Errichtung eines bundesweiten Schutzgebietsnetzes für Ackerwildkräuter“ verfolgt das Ziel, ein nachhaltiges Schutzgebiets-Netzwerk zum Erhalt bedrohter Segetalarten in Deutschland zu konzipieren und umzusetzen. Eine Anzahl von mindestens 100 geeigneten Ackerstandorten („100 Äcker für die Vielfalt“) soll für eine „dauerhafte Sicherung“ selten gewordener Ackerwildkräuter und -gesellschaften akquiriert werden und ihre spezielle, auf den Erhalt und Förderung der entsprechenden Arten und Gesellschaften ausgerichtete Bewirtschaftung langfristig sichergestellt werden.
Eine dem Projekt vorangegangene Machbarkeitsstudie zeigt, dass trotz der drastischen Verarmung der Ackerwildkrautvegetation (noch) zahlreiche entwicklungsfähige und dringend zu sichernde Bestände vorhanden sind, um ein Netz an Schutzäckern in Deutschland zu errichten. Als „Schutzacker“ wird im Projekt eine Fläche bezeichnet, deren aus botanischer Sicht herausragendes Arteninventar langfristig durch entsprechende vertragliche Vereinbarungen oder rechtliche Instrumente gesichert wird. Gleichwertig ist es, wenn sich eine Fläche im Eigentum von Naturschutzakteuren oder öffentlichen Trägern befindet. Eine dem Erhalt schutzwürdiger Ackerwildkräuter bzw. -gesellschaften förderliche Bewirtschaftung soll sichergestellt werden. Die Betreuung durch einen Ansprechpartner vor Ort (etwa Landschaftspflege- oder Naturschutzverband) soll gegeben sein. Ein Instrumenten-Mix aus Agrarumweltprogrammen, Mitteln aus der Eingriffs-Ausgleichs-Regelung, spezifischen Instrumenten der Länder für Ankauf und Management von Flächen u. a. soll dem übergreifenden Ziel dienen, die Flächen und deren an den Bedürfnissen der Zielarten angepasste Bewirtschaftung langfristig abzusichern.
Mit dem Projekt wird eine bundesweite Anstrengung unternommen, langfristig dem seit Jahrzehnten unvermindert voranschreitenden Artenschwund der Ackerwildkräuter durch ein Netz von Schutzflächen zu begegnen. Als erster Meilenstein in der Implementierungsphase wird die Zahl von 30 gesicherten Flächen nach zwei Jahren Projektlaufzeit angestrebt; am Ende der Laufzeit soll ein nachhaltig arbeitendes Netz von mindestens 100 Schutzäckern bestehen. Dieses Vorhaben stellt eine realistische Vision dar und ist in der Geschichte des Ackerwildkrautschutzes einmalig.
Das Team setzt sich zusammen aus Prof. Dr. Christoph Leuschner und Stefan Meyer (Georg-August-Universität Göttingen), Dr. Thomas van Elsen (Universität Kassel - Witzenhausen), Dr. Jürgen Metzner (DVL) und vier langjährig freiberuflich an der Schnittstelle Naturschutz-Landwirtschaft tätigen Regionalkoordinatoren, die flächendeckend die Betreuung von Initiativen in Deutschland sicherstellen. Länderspezifisch sind auch Stiftungen und Landschaftspflegeverbände als Kooperationspartner vor Ort vorhanden, die bereits in die Vorphase des Projekts eingebunden waren. Im Projekt wirken interdisziplinär Wissenschaftler, Landschaftspflege- und Naturschutzverbände, der Deutsche Bauernverband und die Naturschutzverwaltungen der Bundesländer an der Realisierung eines bundesweiten, langfristigen Konzepts zum Ackerwildkrautschutz zusammen, wobei sämtliche potentiell relevanten Instrumente in jeweils länder- und regionalspezifischer Kombination eingesetzt werden.
Wesentlich ist das Kriterium der Langfristigkeit der Maßnahmen durch Sicherstellung der Finanzierung für die an der Förderung bedrohter Ackerwildkräuter orientierten Bewirtschaftung der Flächen. Hierzu erfolgt durch das Projekt eine Beratung zur sachgerechten Bewirtschaftung der einzelnen Schutzäcker in Hinblick auf Kontinuität und langfristige Sicherung des Arteninventars durch Fruchtfolgegestaltung und Pflegemaßnahmen sowie die Beratung und Vernetzung der lokalen Akteure in dem jeweiligen Bundesland.
| Projekttitel | "100 Äcker für die Vielfalt" - Errichtung eines bundesweiten Schutzgebietsnetzes für Ackerwildkräuter |
| Stand des Projekts | laufendes Vorhaben, voraussichtliches Ende 12/2012 |
| Aktenzeichen | 24844 - 33/0 |
| Projektträger | Georg-August-Universität Göttingen Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften Abt. Ökologie und Ökosystemforschung Untere Karspüle 2 37073 Göttingen |
| Ansprechpartner | Stefan Meyer |
| Telefon | (0551) 395 723 |
| smeyer@gwdg.de | |
| Kooperationspartner | - Universität Kassel FG Ökologischer Land- und Pfanzenbau / FÖL - Deutscher Verband für Landschaftspflege e. V., Ansbach |
| Internet | www.schutzacker.de |


