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Deutscher Umweltpreis 2007 - Prof. Dr. Joachim Schellnhuber | Stichwort: Klimafolgenforschung

Grundlegende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Klimafolgenforschung und deren Kommunikation in Politik und Gesellschaft

Hans Joachim Schellnhuber ist einer der weltweit bedeutendsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Klimafolgenforschung. Er hat das von ihm 1992 gegründete Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zu einem international führenden Zentrum auf dem Forschungsgebiet der Erdanalyse gemacht. Unter seiner Leitung arbeiten heute am PIK herausragende und renommierte Wissenschaftler aus aller Welt an der Lösung wissenschaftlich und gesellschaftlich relevanter Fragestellungen in den Bereichen Globaler Wandel, Klimawirkung und Nachhaltige Entwicklung.

Die dort von den Natur- und Sozialwissenschaftlern erarbeiteten Ansätze und Modelle dienen als wichtige Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der von Schellnhuber maßgeblich geprägte und etablierte Wissenschaftszweig der Sustainability Science geht davon aus, dass die globalen Umweltprobleme immer ein Verständnis der Dynamik des gesamten Erdsystems unter Berücksichtigung des Klimas, der Biosphäre und der Antroposphäre erfordern.

Er hat den transdisziplinären Ansatz der Sustainability Science um folgende Forschungsbereiche erweitert: Modellierung des Erdsystems, Klimafolgenforschung und Vulnerabilität sowie die Entwicklung nachhaltiger Lösungsstrategien und transdisziplinärer Methoden und Konzepte. Diese neuen Forschungsbereiche bilden eine enge Verzahnung zwischen dem Verständnis der Systemdynamik der Erde und der Entwicklung von Lösungsansätzen für die Anpassung an den Klimawandel.

Seine Beiträge zur Erdsystemforschung und komplexen Klimamodellen, zu denen er als Professor für Theoretische Physik über die Chaosforschung kam, finden national und international höchste Anerkennung, wie etwa seine Ernennung in die US National Academie of Science und die Verleihung des Royal Society Wolfson Research Merit Award beweisen.

Neben seiner Tätigkeit am PIK machte sich Professor Schellnhuber um den Ausbau des Tyndall Centers als wissenschaftlicher Direktor sowie als Chefberater der Britischen Regierung verdient. Von der britischen Queen wurde Hans Joachim Schellnhuber darüber hinaus zum Commander of the British Empire ernannt. Die wissenschaftliche Arbeit des PIK erfährt international viel Beachtung, wie die wichtigen Beiträgen von Hans Joachim Schellnhuber zum dritten und vierten Sachstandsbericht des IPCC und sein wissenschaftlicher Einfluss auf den von Tony Blair in Auftrag gegebenen Stern-Report zeigen.

Er war langjähriger Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung globale Umweltveränderungen (WBGU) und wurde jüngst zum klima- und energiepolitischen Berater der Bundeskanzlerin ernannt. Seit 2007 ist er auch Berater des EU-Kommissionspräsidenten Barroso.

Vita
Der 1950 in Ortenburg bei Passau geborene Hans Joachim Schellnhuber studierte Mathematik und Physik in Regensburg.

1980 promovierte er in Theoretischer Physik. Es folgten zahlreiche Forschungsaufenthalte im Ausland. 1989 vollendete er seine Habilitation, wurde 1989 ordentlicher Professor und später Direktor des Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. 1991 gründete er das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dessen Direktor er seit 1993 ist.

Seit 1993 ist er auch Professor für Theoretische Physik an der Universität Potsdam. Von 2001 bis 2005 war er Forschungsdirektor am Tyndall Centre for Climate Change Research und Professor an der University of East Anglia (Environmental School).

Schellnhuber ist u. a. gewähltes Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft, der US National Academy of Sciences, der Leibniz-Societät. Er wirkte und wirkt in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien, z. B. im WBGU und im IPCC. Er ist wissenschaftlicher Chefberater der Bundesregierung und berät Kommissionspräsident Barroso.

Zudem ist er Mitherausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften und veröffentlichte mehr als 200 Artikel und 40 Bücher.

Im Internet:
www.pik-potsdam.de

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