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Deutscher Umweltpreis 1998 - Prof. Dr. Klaus Ferdinand Hasselmann | Stichwort: Klimamodelle entwickeln

Präzisere Vorhersagen dank Klimaforschung
Arbeitsgruppe Klimaforschung
Arbeitsgruppe Klimaforschung

Die Vorhersage von Klimaentwicklungen ist sehr schwierig, denn dazu muss man die Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen meteorologischen, geologischen und biologischen Einflüssen auf das Klima in ihrer Vernetzung verstehen und in mathematischen Formeln abbilden können.

Den Direktoren des Max Planck Instituts für Meteorologie Professor Dr. Lennart Olof Bengtsson, Professor Dr. Hartmut Graßl und Professor Dr. Klaus Ferdinand Hasselmann ist es gelungen, solche Klimamodelle zu entwickeln. Damit lassen sich Klimaschwankungen, die wir in den letzten Jahren verstärkt beobachten, besser erklären und zum Teil auch vorhersagen. Ihre Arbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute kaum mehr Zweifel an den menschlichen Einflüssen auf das Erdklima bestehen.

Professor Graßl hat durch die Entwicklung von Fernmesstechniken für den Wärmefluss in der unteren Atmosphäre und die Beschreibung von Energieflüssen an der Meeresoberfläche aus Satellitendaten das Verständnis für Klimaprozesse maßgeblich erweitert. Er gilt heute als einer der renommiertesten Klimawissenschaftler, der in vielen hochkarätigen Beratungsgremien berufen wurde und seine Arbeitsergebnisse engagiert gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertritt. Die große wissenschaftliche Leistung von Professor Hasselmann liegt in der Entwicklung eines Klimamodells, das die komplexen Wechselwirkungen von Atmosphäre, Biosphäre, Ozean, Meeres- und Landeis umfasst. Ein überzeugender Beweis für seine wissenschaftliche Arbeit ist die Beschreibung und Vorhersage des „El Nino Phänomens“. Diese Erwärmung der oberen Meeresschichten des Pazifik tritt alle drei bis sieben Jahre auf und kann inzwischen ein Jahr im Voraus vorhergesagt werden.

Professor Bengtsson hat seine Forschung der Modellierung von Atmosphärenprozessen gewidmet und so zur Verbesserung der mittelfristigen Wettervorhersage und damit zu realistischeren Klimaszenarien beigetragen. So sind heute mit Wettersatelliten Sechs-Tage-Prognose für den Schiffsverkehr auf den Weltmeeren möglich, da erstmalig die Resultate langjähriger Beobachtungen der Atmosphäre und der oberen Ozeanschichten miteinander in Verbindung gebracht wurden.

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