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Deutscher Umweltpreis 1999 - Prof. Dr. E. h. Klaus Steilmann † | Stichwort: Umweltstandards in der Textilindustrie

Wegweisende Umweltstandards für die textile Kette
Professor Dr.-Ing. h. c. Klaus Steilmann
"Der Deutsche Umweltpreis hat in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik einen hohen Stellenwert, der für mich zu einem Motivationsschub im Bereich der Ökologie geführt hat."

Viele Produktionsschritte entlang der textilen Kette, das heißt vom Baumwollanbau über die Färbung und Konditionierung bis zur Herstellung der fertigen Kleidungsstücke sind mit umweltbelastenden Arbeitsschritten verbunden. Lange bevor Begriffe wie „Stoffstromanalyse“ oder „Ökobilanz“ zur Beschreibung und Bewertung von Umweltbelastungen innerhalb eines Produktionsprozesses gehörten, zog Professor Klaus Steilmann, der Gründer des gleichnamigen, inzwischen weltweit tätigen Textilunternehmens, diese ganzheitlich ausgerichtete Betrachtungsweise in seine unternehmerischen Entscheidungen ein. Ziel war stets die Optimierung umweltrelevanter Prozesse und Produktionsschritte in seinem Betrieb und den vorgelagetren Arbeistschritten.

 

Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Textil- und Bekleidungsindustrie sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden, und Professor Steilmann entwickelte frühzeitig und als erster in dieser Branche systemübergreifende und vernetzte Lösungsansätze zur Reduktion dieser Umweltbelastungen. Um die einzelnen Arbeitsschritte entlang der textilen Kette eingehend und praxisorientiert untersuchen lassen zu können, gründete er einen entsprechenden Lehrstuhl an der Universität Witten-Herdecke. Ziel war es, Antworten auf die Frage zur richtigen Bewertung der Umweltbelastung von Produktions- und Prozessschritten zu erhalten. Professor Steilmann war es immer wichtig, die gewonnenen Erkenntnisse umgehend in die Praxis umzusetzen und diese auch anderen Institutionen und Unternehmen zugänglich zu machen. Viele seiner Arbeiten dienten als Vorgabe des inzwischen international anerkannten Umweltstandards für die Textilindustrie, dem sogenannten ÖkoTex 100-Standard.

 

Dem ganzheitlichen Denken entsprechend, ist es für Professor Steilmann selbstverständlich, auch die sozialen und politischen Rahmenbedingungen, die häufig ursächlich mit Umweltbelastungen verknüpft sind, in die Betrachtung und Bewertung mit einzubeziehen.

 

Das erfolgreiche und wegweisende Engagement, die im weiteren Sinne mit der Herstellung von Bekleidung und Textilien verbundenen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen zu verringern, begründet die Auszeichnung mit dem Deutschen Umweltpreis 1999.

Vita Dr.-Ing. h.c. Klaus Steilmann

Anschrift

Klaus Steilmann GmbH & Co. KG
Feldstraße 4
44867 Bochum-Wattenscheid
Tel.: 02327 / 940-0
Fax: 02327 / 940-590
E-Mail-Anschrift:info@steilmann.de

Geboren am 12. Juni 1929 in Neustrelitz, Mecklenburg

 

Ausbildung

1950 Lehre zum Einzelhandelskaufmann bei C & A. Brenninkmeyer

1951 Abiturabschluß nach dem Abendstudium

 

Beruflicher Werdegang

1952-55 Substitut im Einkauf von C & A für Damenmäntel und Kostüme

1955-57 Stellvertreter des Mantelkonfektionärs Josef Meyer

1958 Gründung der Klaus Steilmann GmbH & Co. KG mit einem Startkapital von 40.000 Mark und 40 Mitarbeitern

1958-98 Entwicklung des Unternehmens von 1960 = 15,4 Millionen Mark auf 1998 = 1,45 Milliarden Mark Gesamtumsatz der Steilmann Gruppe mit 3.500 Beschäftigten im Inland und 18.200 weltweit. Trotz des noch immer angespannten Konsumklimas in Deutschland sowie der schwierigen Marktsituation in Russland und Asien konnte sich die Steilmann-Gruppe 1998 vom Branchentrend lösen und den Umsatz auf 1,45 Milliarden Mark (1997: 1,35 Milliarden Mark) steigern. 

seit 1960 Intensive, weltweite Geschäftsbeziehungen und zahlreiche beratende Aufgaben zur Regierungs- und Industriepolitik

1.10.1999 Übergabe der Geschäftsführung der Steilmann-Gruppe an Joachim Vogt(47)

Weitere Daten unter http://www.steilmann.de

 

Auszeichnungen

1984 Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

1993 Ehrendoktorwürde Dr.-Ing. h. c. der Universität Witten-Herdecke für die umweltpolitische, strategische Neuorientierung

Honorarkonsul der Ukraine

1994 Ehrenpreis zum deutschen Kulturpreis

Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen

1997 Ehrenexistenzgründer des Club of Europe 1998

 

Ehrenamtliche Tätigkeiten/Mitgliedschaften/Sonstige Aktivitäten

1991 Präsident der ELTAC (European Largest Textile and Apparel Companies)

Gründung des Klaus-Steilmann-Instituts für Innovation und Umwelt GmbH

Mitglied des Initiativkreises Ruhrgebiet

1992 Mitglied des Club of Rome aufgrund seines umwelt-, bildungs- und industriepolitischen Engagements

Vorsitzender des Präsidiums des Kuratoriums der privaten Universität Witten/Herdecke

1993 Präsidiumsmitglied für Deutschland im internationalen Komitee zur wirtschaftlichen Reform der GUS-Staaten

Präsident der ETCC (European Textile and Clothing Coalition)

1995 Präsident der EURATEX (European Apparel and Textile Organisation) in Brüssel

1996 Vorstandsvorsitzender des Earthwatch Deutschland e. V.

1999 Gründung des Russisch-Deutschen Ausbildungsprogramms für sozialpsychologische und organisatorische Probleme des Unternehmertums, Businesses und der Managemententwicklung an der staatlichen Lomonossow Universität Moskau

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