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Deutscher Umweltpreis 2001 - Prof. Dr. Wolfgang Feist | Stichwort: Passivhauskonzept

90 % weniger Heizenergie
Umweltpreisträger 2001
DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde (2.v.l.) und die Träger des Deutschen Umweltpreises 2001 der DBU (v.l.): Prof. Dr. Hermann Auernhammer, Dr. Wolfgang Feist, Dr. Franz Ehrnsperger.

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Dr. Feist mit der Entwicklung und dem Bau energiesparender Gebäude. Entgegen landläufiger Expertenmeinung und basierend auf umfangreichen theoretischen Untersuchungen ist es Dr. Feist gelungen, erstmalig ein sog. Passivhaus zu bauen, das mit einem jährlichen Heizenergiebedarf von weniger als 15 kWh pro Quadratmeter im Jahr auskommt, was etwa einem 1/14 des durchschnittlichen Verbrauches an Heizenergie des Gebäudebestandes entspricht. Passivhäuser zeichnen sich durch Dämmstoffdicken von etwa 30 cm und Fenster mit 3-Scheibenverglasungen aus. Damit lassen sich Wärmeverluste durch die Gebäude-hülle so weit reduzieren, dass die Restwärmezufuhr direkt über die Lüftungsanlage mit integrierter Wärmerückgewinnung erfolgen kann.

Dr. Feist konnte erstmalig nach-weisen, dass das Passivhaus-Konzept in der Praxis funk-tioniert und Gebäude ohne herkömmliche Heizung aus-kommen. Damit gelang es ihm, sowohl die Fach-welt als auch Bauträger von seiner Idee zu überzeugen.
Bis heute wurden bereits mehr als 1000 Gebäude und Wohneinheiten im Passivhausstandard fertiggestellt. Diese Häuser wurden zum Teil im kosten-gün-stigen Wohnungs-bau errichtet, zu Bauwerks-kosten von weniger als 2.100,00 DM/m².

Wie bei allen bisherigen Technologien, die zur Energieeinsparung im Gebäudebereich entwickelt und zunächst überwiegend im Neubaubereich eingesetzt wurden, ist auch vom Passivhausstandard zu erwarten, dass wesentliche Elemente dieser Technologie bei Gebäudesanierungen Berücksichtigung finden und somit auch für den bestehenden Gebäudebestand zu deutlichen Energie-einsparungen führen werden. Erste positive Erfahrungen bei der Nachrüstung bestehender Gebäude im Passivhaus-Standard wurden bei einem Geschosswohnungsbau in Ludwigshafen und beim Umbau eines denkmal-geschützten Objekts in Viernheim gewonnen.

Die Arbeiten von Dr. Feist lieferten wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung der Wärmeschutzverordnung und flossen in die Arbeit der Enquêtekommission "Schutz der Erde" ein.

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