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Deutscher Umweltpreis 2004 - Alfred Heinrich Jung | Stichwort: Dichtungssysteme für Industrieanlagen

Neues Dichtungssystem vermindert umwelt- und gesundheitsbelastende Emissionen in Industrieanlagen
Alfred Heinrich Jung
Alfred Heinrich Jung vor dem Gebäude der Firma Jungtec am Unternehmenssitz in Pulheim.

Dem mittelständischen Unternehmer Alfred Jung ist es mit seinen Mitarbeitern gelungen, ein völlig neues Dichtungsprinzip zu entwickeln, mit dem sich diffuse umweltbelastende Emissionen aus technischen Produktionsanlagen, insbesondere der (Petro-)Chemie, drastisch reduzieren lassen.

Die grundlegende Innovation besteht darin, dass bei dem neuen Dichtungstyp die Weichstoffauflage (Grafit) eingekapselt wird. Im Unterschied zu bisher eingesetzten Kammprofildichtungen wird der Edelstahlgrundkörper der Dichtung umlaufend durch je einen höher stehenden Innen- und Außenzahn ergänzt. Dieser schließt dann am Rohrleitungsflansch dicht ab und unterbindet innen wie außen einen Medien- bzw. Luftsauerstoffkontakt mit dem Dichtstoff. Durch diese einfache Maßnahme lassen sich die Dichtigkeiten gegenüber herkömmlichen Systemen äußerst effektiv steigern und die in der TA-Luft vorgegebenen Grenzwerte um bis zu neun Zehnerpotenzen unterschreiten.

Die neue Dichtungstechnik besticht in ihrer Einfachheit und großen Wirkung. Durch den Einsatz dieses neuen Dichtungstyps lassen sich umwelt- und gesundheitsbelastende Emissionen vermeiden, die in der Größenordung von jährlich mehreren Millionen Tonnen liegen. In der Grundstoffindustrie werden die Produktverluste infolge diffuser Emissionen aus Flanschverbindungen und Ventilen auf 1 bis 2 Prozent der erzeugten Produktmenge geschätzt. In der deutschen Petrochemie werden im Jahr etwa 120 Mio. Tonnen Erdöl raffiniert. Dies bedeutet diffuse Emissionen alleine in diesem Produktionssegment von 1,2 bis 2,4 Mio. Tonnen kohlenwasserstoffhaltiger Emissionen (VOC). VOC-Emissionen sind besonders klimaschädliche Gase. Große Chemiebetriebe haben das enorme ökologische und ökonomische Potenzial erkannt und die Jungtec Produkte in die Werksnormung aufgenommen.

Herrn Jung ist es somit in beispielhafter Form gelungen, ein wichtiges Industrieprodukt, dem selbst Experten kein nennenswertes Optimierungspotenzial mehr beimaßen, zum Nutzen der Umwelt entscheidend zu verbessern. Es ist das Verdienst des umtriebigen und nimmermüden Ingenieurs und Unternehmers Alfred Jung, dieses neuartige Dichtungsprinzip auch gegen größten Widerstand in der Branche durchgesetzt zu haben. Das Unternehmen Jungtec ist ein Paradebeispiel für ein mittelständisches Unternehmen, das mit viel technischem Know how und großem Engagement Produktentwicklungen vorantreibt, diese erfolgreich am Weltmarkt platziert und damit beachtlich zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt.

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